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Schüler lesen die OP 2019 Als Amerikanerin beim BC Marburg
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2019 Als Amerikanerin beim BC Marburg
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16:53 26.04.2019
Tonisha Baker (am Ball) spielt seit 2013 in Deutschland professionell Basketball. Quelle: Thorsten Richter/Archiv
Marburg

Laute Musik. Dann ein Pfiff. Es geht weiter. Die Trommeln setzen ein. Laute „Defense“-Rufe ertönen. Den BC Marburg trennen nur noch wenige Sekunden vom Sieg. Gewonnen! Das bedeutet vorläufig Platz drei in der Deutschen-Basketball-Bundesliga (DBBL) der Damen für das Team von Patrick Unger. 
Aber was passiert vor so einem Spiel? Und wie ist das als Profispielerin aus den USA in Deutschland?

„Morgens haben wir lockeres Training, dann gehen wir nach Hause, essen etwas, schlafen ein bisschen und dann geht es wieder in die Halle, mindestens 1,5 Stunden vor Spielbeginn“, erzählt Tonisha Baker, Spielerin des BC. Tonisha Baker, genannt Bake, die 1990 in Ohio geboren ist, spielt seit sechs Jahren erfolgreich für Marburg.

Teamgeist ist unübersehbar

Dafür wird normalerweise zwei Mal pro Tag trainiert. Das Training besteht aus viel Abwechslung, zum Aufwärmen werden oft Spiele, wie zum Beispiel Fußball, gespielt. „Wenn es mal nicht so läuft, wird viel gelaufen“, berichtet Baker.

Der Teamgeist der Mannschaft ist unübersehbar. Für die Zuschauer wird das vor allem beim Aufwärmen vor oder während eines Spieles sichtbar. Jede feuert jede an, und alle unterstützen sich gegenseitig. Für das perfekte Miteinander sind allerdings nicht nur die Spielerinnen verantwortlich, sondern auch der Trainer. Patrick Unger hält das Team zusammen und pusht es immer weiter. 

Marburg, Wolfenbüttel, Marburg

Tonisha Baker hat bereits mit zehn Jahren mit dem Basketball begonnen, dann vier Jahre bei den Campbell Camels, einer amerikanischen College Mannschaft, gespielt. Später wurde sie von einer Agentin aus Deutschland kontaktiert und zu einem Camp eingeladen, wo sie von Patrick Unger entdeckt wurde.

Dann kam sie nach Marburg, wo sie eine Saison spielte. Den Anfang der Saison 2014/2015 verbrachte sie allerdings in Wolfenbüttel in der 2. Liga. Seit dem 30. Oktober 2014 spielt sie fest in Marburg. Ihre durchschnittliche Quote liegt bei knapp 12 Punkten pro Spiel. Baker ist eine von drei US-Amerikanerinnen im Marburger Team, außer ihr kommen noch Paige Bradley und die Kapitänin Katie Yohn aus den USA.

Schrittfehler zwingen zu Umstellung

Die größten Unterschiede zwischen dem Basketball in der USA und dem in Deutschland liegen bei dem Aufbau der Ligen. In Deutschland gibt es die 1. Bundesliga und die 2. Bundesliga, in den USA allerdings nur die WNBA, wo nur die Besten der Besten spielen. Es gibt nur dort nur Mannschaften, es finden insgesamt nur knapp 150 Spielerinnen Platz. So sind viele talentierte Spielerinnen ohne Mannschaft.

Da bietet es sich an, nach anderen Möglichkeiten zu suchen, seine Leidenschaft nach dem College weiterzuleben und nach Europa zu wechseln, um dort zu spielen. Allerdings gibt es kleinere Unterschiede bei den Regeln, zum Beispiel bei Schrittfehlern: In Deutschland muss direkt während des ersten Schrittes mit dem Ball gedribbelt werden, in den USA kann man noch einen Schritt gehen. Diese Regel führt gerade bei den ersten Spielen in Europa oft zu vielen Schrittfehlern der US-Amerikanerinnen.

Im Pokal gewann Tonisha Baker mit Marburg die Bronzemedaille. Am Samstag, 27. April, 19 Uhr, geht es in der Georg-Gaßmann-Halle um den dritten Platz in der Meisterschaft. Für das Heimspiel wird eine volle Halle mit vielen begeisterten Fans erwartet.

von Friederike Franz, 8a, Gymnasium Philippinum