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Schüler lesen die OP 2019 Dr. Hart will Steinkönig werden
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2019 Dr. Hart will Steinkönig werden
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17:20 28.05.2019
Die Steinkreise von Stonehenge nahe Salisbury in Großbritannien sind rund 5.000 Jahre alt. Ein selbsternannter Steinologe erforscht das Geheimnis der Kultstätte. Quelle: Facundo Arrizabalaga/dpa/Archiv
Marburg

Dr. Peter Hart hat jahrelang das Verhalten von Steinen in freier Wildbahn studiert. Auch historische Bauwerke hat er erforscht. Nun steht für ihn fest:

Vor vielen Millionen Jahren muss es eine andere, hochentwickelte Lebensform gegeben haben: die Steinmenschen.

Dr. Hart ist sich sicher, dass die Moai - das sind die Steinfiguren auf den Osterinseln - versteinerte Überbleibsel verstorbener Steinmenschen sind. 

Die Dinosaurier sind nach Harts Theorie durch die Steinmenschen ausgerottet worden. Demnach ist ein Meteorit auf die Erde gekracht, der beim Aufprall zersplittert ist. Aus den Stücken des Meteoriten haben sich dann die Steinmenschen entwickelt.

Sie waren vor den Menschen da

Laut Dr. Hart handelt sich auch bei Stonehenge um ein Überbleibsel der Steinkultur. In Stonehenge sollen laut Dr. Hart Rituale und Opfergaben stattgefunden haben. Warum die Steinmenschen heute nicht mehr existieren, das kann der Steinexperte nur vermuten.

„Vielleicht gab es einen großen Krieg, bei dem sich die Steinmenschen gegenseitig getötet haben. Wenn einer von ihnen erschlagen wurde, ist er in viele kleine Steinstücke zerfallen. Das würde die vielen Kieselsteine auf der Welt erklären“, sagt Hart.

Der Hobby-Steinologe ist auch der Meinung, dass die heutigen Wissenschaftler und Historiker in Wahrheit bestens über die Steinmenschen Bescheid wissen; sie wollen es nur nicht zugeben, weil das bedeuten würde, dass der Mensch nicht die erste intelligente Lebensform ist. Er glaubt an eine riesige Verschwörung, bei der die Steine den kürzeren ziehen werden. 

Unterdrückung der Steine

Immer öfter stehen in Parks Gitterkäfige, in denen Steine eingeschlossen sind. Was für die meisten nur moderne Kunst oder Architektur ist, ist für Dr. Hart ein eindeutiges Zeichen. „In den Gittern schließen sie die Steine ein, weil sie Angst vor ihnen haben!“, ist sich Hart sicher. „Mit den Gittern wollen die Menschen eine erneute Herrschaft der Steine verhindern!“

Dr. Hart aber will dem zuvorkommen. „Ich will allen Menschen von den Steinmenschen erzählen! Und dann retten wir die Steine!“ Der selbsternannte Steinexperte ist vollkommen von seiner Theorie überzeugt. Im weiteren Verlauf des Gesprächs sagt Dr. Hart, dass er glaubt, die Steinmenschen würden ihn zu ihrem neuen Herrscher machen, wenn er ihre Freiheit erkämpfe. Auch das ist ein Motiv für seine Taten, denn „ich wollte schon immer mal an der Spitze stehen“, sagt er. 

„Sie werden uns alle vernichten“

In seiner Freizeit versucht der Steinologe, Steine zu züchten, die in Kampfkraft und Intelligenz an die Steinmenschen herankommen. Bis jetzt hat er aber keine nennenswerten Erfolge zu verzeichnen. Davon lässt Dr. Hart sich aber nicht entmutigen. „Ich gebe nicht auf! Denn ich habe einen Traum: Ich will in einer Zukunft leben, in der einem die Steine Guten Tag sagen. Ich will in einer Zukunft leben, in der die Steine einen anlächeln, wenn man an ihnen vorbeigeht. Ich will in einer Zukunft leben, in der ein Stein Bundeskanzler ist!“

Mit diesen flammenden Worten beendet der Fantasie-Steinologe das Fantasie-Gespräch. Er will, nach eigenen Aussagen, zum Stonehenge fahren, um dort einen altes Ritual abzuhalten, das die Steinmenschen wiedererwachen lassen soll. „Und dann, dann werden sie uns alle vernichten!“,ist sich Dr. Hart sicher. Warum er sie dann aber eigentlich auferstehen lassen will, will er nicht verraten.

von Nisha Wiesner, Klasse 8d, Richtsbergschule Marburg