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Schüler lesen die OP 2019 Wer hat Angst vorm Wolf?
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20:27 09.04.2019
Die Rückkehr des Wolfs nach Hessen führt zu Debatten unter den betroffenen Berufsgruppen. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Marburg

Umweltschützer und viele Tierfreunde sind erfreut über die Rückkehr der Wölfen nach Hessen, aber viele Förster, Schäfer und Jäger nicht.

Sie fürchten, dass die Wölfe die Wildbestände durcheinander bringen und das Wild verschrecken. Tatsächlich ist aber durch eine Forschungsarbeit der Uni Dresden belegt, dass das Wild erst anfängt zu laufen, wenn es der Wolf auch wirklich ernst meint.

Außerdem müssen die Förster und Jäger auch um ihre Existenz fürchten, da sie im Moment eine der Hauptaufgaben der Wölfe erledigen: die Population der Wildtiere zu kontrollieren.

Hirtenhunde sollen abschrecken

Auch viele Schäfer sind mit den vielen Wölfen nicht gerade zufrieden – ganz im Gegenteil. Denn sie fürchten, dass die Wölfe ihre Schafe reißen, und dass auch zu Recht, da im Jahr 2017 etwa 1.600 Nutztiere von Wölfen gerissen wurden. Es gibt aber auch viele Gegenmaßnahmen: zum Beispiel Elektro-Zäune, die mindestens 1,20 Meter hoch sind, oder Hirtenhunde, die die Wölfe abschrecken. Wird die eigentlich leichte Beute bewacht, überlegt es sich ein Wolf lieber zweimal, ob sich die Mühe lohnt oder nicht.

Es spricht noch einiges für die Wölfe: allein schon die Tatsache, dass sie sehr anpassungsfähige Tiere sind. Denn sie können sowohl in der Wüste, als auch in der Tundra gut leben. Zusätzlich leben sie sowohl in dicht, wie auch in dünn besiedelten Gebieten. Denn sie können sich gut an den Menschen anpassen und friedlich neben ihm leben. Wenn die Förster mehr oder weniger aufhören würden, die Wildbestände zu kontrollieren, würden die Wölfe dies tun und es gäbe genug Nahrung für sie.

Wölfe sterben im Straßenverkehr

Ein anderes Problem der Wölfe ist, dass sie bei ihrer Suche nach einem Revier viele Straßen überqueren müssen und dabei oft sterben. Im Mai 2016 wurde ein toter Wolf auf den Lahnbergen aufgefunden. Es gibt auch einen aktuellen Fall: Anfang März wurde ein Wolf in der Nähe der Landstraße 3049 zwischen Bottenhorn und Obereisenhausen beim Verzehren eines Rehs beobachtet und gefilmt.

Das Video wurde dem Nabu zur Verfügung gestellt, welcher bestätigte, dass es sich um einen Wolf handelte. Ein paar Tage später wurde ein toter Wolf auf der Autobahn 45 gefunden. Vermutlich handelte es sich um denselben Wolf. Es wird allerdings noch lange dauern, bis sich die Schäfer, Jäger und Förster mit den Wölfen anfreunden und von den Umweltschützern und Tierfreunden verstanden werden.

von Nina Schutte, 8c, Gymnasium Philippinum