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Schüler lesen die OP 2019 Gefahren von Müll im Meer
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2019 Gefahren von Müll im Meer
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21:07 12.04.2019
Themenfoto "Müll im Meer" von der Schüler-Reporterin Marie Kaiser. Quelle: Marie Kaiser
Marburg

Jeden Tag sterben tausende Tiere, da viele Menschen verantwortungslos Abfälle entsorgen, die größtenteils aus Plastik bestehen und in die Meere gelangen. Auch wenn Mittelhessen weit ab von alle Meeren liegt, betrifft das Thema auch die Menschen im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

14.000 Tierarten sind, wie man auf verschiedenen Internet Plattformen erfahren kann, aufgrund von Abfällen aus Plastik vom Aussterben bedroht.

So sterben beispielsweise pro Jahr weltweit etwa eine Millionen Seevögel und 100.000 Meeressäuger, da sie größere Plastikteile für Nahrung halten, oder kleine Kunststoffpartikel, die im Wasser schweben, schlucken oder sich mit zum Beispiel mit alten Fischernetzen strangulieren.

80 Prozent des Mülls kommt vom Festland

In den Medien kursieren Bilder eines im Pazifischen Ozean schwimmenden Plastikteppichs, der ein bis zweimal so groß ist wie Mitteleuropa.

Es gelangen jährlich 13 Millionen Tonnen Plastik, das sind etwa so viel, wie 13 Millionen Fiat 500 wiegen, in die Meere. Allein in der Nordsee kommen pro Jahr 20.000 Tonnen Müll jeglicher Art hinzu.

20 Prozent der laut Bundesamt für Umweltschutz 140 Millionen Tonnen des schon vorhandenen Mülls im Wasser sind Abfälle, die von Schiffen kommen. Die restlichen 80 Prozent gelangen direkt vom Festland in das Meer. Allerdings wird nicht alles absichtlich in das Wasser geworfen oder entsorgt, sondern zum Beispiel bei Überschwemmungen wird viel Müll vom Land ins Wasser gespült.

Einkaufswagen im Fluss gefunden

Doch das Thema Plastikmüll  ist nicht allein ein Problem der Meere und Küstenregionen, sondern betrifft die Regionen im Landesinneren genauso.

In Mittelhessen sind mancherorts in Wäldern, Flüssen und Seen achtlos weggeworfener Müll zu sehen. Nachdem bis 1990 Müll und Abwässer noch vielfach einfach in unsere Flüsse entsorgt werden durften und viele der Biotope fast schon als tot galten, wurde es in den jüngsten Jahrzehnten mit Hilfe besonderer Maßnahmen geschafft, Flüsse von den Abfällen zu befreien und sie sozusagen wiederzubeleben.

Doch obwohl die Natur heute vielleicht sauberer erscheinen mag, als damals, werden bei Flussreinigungsaktionen, wie sie auch in diesem Frühjahr wieder in Marburg stattgefunden haben, nicht nur kleinere Gegenstände wie Chips-Tüten, sondern auch große Objekte wie Fahrräder oder Einkaufswagen aus dem Wasser gezogen.

Aktionen zum Plastikfaste

Mittlerweile gibt es in vielen hessischen Städten und Dörfern zahlreiche Initiativen, die Menschen motivieren sollen, Müll zu sammeln, aber vor allem ihn zu vermeiden. So werden zum Beispiel in Geschäften Plastiktüten dem Kunden nicht mehr kostenlos mitgegeben. In manchen Supermärkten ist es für Käufer auch möglich, Käse, Wurst und Fleisch in mitgebrachten Dosen verpacken lassen.

In Marburg gibt eröffnen in den nächsten Wochen zwei Unverpacktläden, einer im Steinweg, ein zweiter in der Biegenstraße.

Eine besondere Aktion um Plastik im Alltag zu vermeiden, haben einige Mitglieder der Greenpeace-Organisation Marburg gestartet. Sie rufen in sei dem 6. März bis zum 21. April zum Plastikfasten auf. Dabei wird jede Woche unter ein bestimmtes Motto gestellt, wie zum Beispiel Lebensmittel, Haushalt oder Kleidung. Es geht darum, Menschen zu informieren und zu motivieren auf Plastik zu verzichten. Dafür wird am Ende jeder Woche ein Bericht ins Internet gestellt.

Anregungen, Plastikmüll im Alltag zu vermeiden, gibt es in Zeitungen, Zeitschriften und im Internet, auf Seiten wie der des WWF oder von Greenpeace.

von Marie Kaiser, 8c, Gymnasium Philippinum