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Schüler lesen die OP 2019 Sicher unterwegs in der Medienwelt
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2019 Sicher unterwegs in der Medienwelt
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16:23 26.04.2019
Verstärkte Nutzung Sozialer Netzwerke kann den persönliche Kontakt mit Mitmenschen beeinträchtigen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Veranstaltung "Digitale Medien, Internet und Co" richtete sich an Eltern, Lehrer und Fachkräfte, um "einen Beitrag zu einem aufgeklärten und damit verantwortungsvollen sowie wertschätzenden Umgang im digitalen Kommunikationszeitalter" zu leisten. So heißt es in der Einladung.

Die Tatsache, dass die Möglichkeiten in der heutigen Medienwelt kaum noch zu überschauen und deren Nutzung nicht mehr wegzudenken ist, war ausschlaggebend für eine dreiteilige Informationsreihe, die von der regionalen Geschäftsstelle "Netzwerk gegen Gewalt" veranstaltet wurde.

Die rasche Entwicklung in der Medienwelt beeinflusst den Alltag von Kindern und Familien in vielen Bereichen. Schon Kleinkinder wachsen mit einer Vielfalt von Medien in unterschiedlich ausgeprägter Form auf und gehen sehr selbstverständlich damit um.

Verantwortungsvoller Umgang

Neben den Bildschirmmedien wie Computer oder Fernseher, verändern zu einem großen Teil auch mobile Medien, wie Smartphone und Tablet, sowie allgemein die Nutzung des Internets, die Gewohnheiten von Familien und Kindern, sowie Jugendlicher und Erwachsener. Die Art und Weise, wie die Kinder ihre Freizeit gestalten, spielen, miteinander kommunizieren und sich informieren, ist inzwischen für viele ohne Mediennutzung kaum noch vorstellbar.

Den Kindern von Beginn an einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien beizubringen, ist eine wichtige Aufgabe der Erziehungsperson. Um es zu ermöglichen, dass die Medien überwiegend positiv genutzt werden können, können Erziehungspersonen als Begleiter und Vertrauensperson fungieren, um eine breite und nötige Grundlage zur Sicherheit zu erschaffen.

Gefahren erkennen

Dabei geht es laut vieler Experten nicht darum, das Handy zu "verteufeln", denn dann würden viele es heimlich bei Freunden nutzen. Stattdessen gehe es darum, gemeinsam mit den Kindern den Umgang mit den digitalen Medien zu erlernen. Kinder und Jugendliche sollten die Vorteile der inzwischen globalen Welt nutzen. Wofür man was nutzt, wie man was nutzt und wie man seinen eigenen Konsum in Grenzen hält, aber auch die Gefahren erkennen zu können und einschätzen zu lernen sind wichtige Voraussetzungen.

Im ersten Teil der Veranstaltungsreihe, am 7. Februar, welcher im Kreistagssitzungssaal des Landkreises Marburg-Biedenkopf stattfand, wurden Fragen aufgeworfen wie: "Wo sind unsere Kinder in der virtuellen Welt unterwegs, und wieso fasziniert die digitale Welt junge Menschen so sehr?" Es wurde aufgezeigt, welche neuen Kommunikationswege sich entwickelt haben und welche am entstehen sind.

Wenig direkte Kommunikation

Im zweiten Teil, am 7. März, stand im Mittelpunkt das Thema, wie und wie häufig Kinder und Jugendliche ihre Handys nutzen, welche Form der Auseinandersetzung über dieses Medium stattfindet und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, aber auch welche Gefahren.

Was bedeutet es beispielsweise, wenn man hauptsächlich über Medien kommuniziert, die Sprache eher nur noch im Telegrammstil genutzt wird? Was heiß es, wenn der Austausch nicht mehr mit einem direkten Gegenüber erfolgt, auf die Treffen mit Freunden zu verzichten und den anderen gar nicht mehr in Person, mit all seinen Reaktionen und Emotionen die ein Miteinander ausmachen, wahrzunehmen und zu erleben?

Distanz erleichtert Mobbing

Durch den fehlenden direkten und persönlichen Austausch fällt es leichter, andere zu verurteilen oder zu verletzen und deren Grenzen zu missachten - "Mobbing leicht gemacht". Welche rechtlichen Grenzen es gibt und wie mit Missachtung umgegangen werden kann, war ein
weiteres Thema des Abends.

Der dritte Teil der Veranstaltungsreihe richtete den Fokus auf die Medienerziehung in der Schule. Rolf Schuhmann referierte dazu am 3. April im Staatlichen Schulamt für den Landkreis Marburg-Biedenkopf und schloss damit die Reihe ab.

von Selma Lou Korff, 8. Klasse, Elisabethschule