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Schüler lesen die OP 2019 18 Stunden Angst auf See
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16:12 28.05.2019
Migranten sitzen auf einem überladenen Schlauchboot im Mittelmeer. Quelle: Lena Klimkeit/dpa/Archiv
Marburg

Der Krieg in Syrien begann im Jahr 2011 und seitdem ist die Lage in Syrien sehr schwierig. Bombenanschläge finden Tag und Nacht statt, und dort zu bleiben würde unter Umständen den Tod bedeuten. Darum beschließt Familie B. Syrien zu verlassen.

Als der Friseurladen der Familie zerstört und die Frauen erniedrigt wurden, floh die Familie nach Ägypten. Ihre Lebensbedingungen waren gut unter der Regierung von Präsident Mohammed Mursi. Als Abd al-Fattah As-Sisi die Macht übernahm, wurde die Situation erneut ernst. 

Die Familie B., deren Mitglieder nie schwimmen gelernt hatten, entschloss sich, über das Mittelmeer zu fliehen. Im September 2014 bestiegen die Familie und etwa 500 andere ein Boot, das die Ufer Italiens nie erreichte.

Als das Boot umkippte, war die  Mutter in der Nähe ihrer Familie, und die Menschen um sie herum ertranken. Die Mutter wurde von Angst beherrscht. Zwei Tage später, mitten im Meer, verlor die Familie alle Kräfte. Die Mutter hielt immer noch eine Boje für ihre Kinder, damit diese sich daran festklammern konnten. In dieser Situation retteten zwei Migranten zwei Kinder der Familie B., darunter ein neun Monate altes Mädchen. 

Handelsschiff rettet Flüchtlinge

Am vierten Tag wurden sie von der Besatzung eines Handelsschiffes gerettet. Das Schiff war so überfüllt, dass die Familie während der  zehnstündigen Überfahrt extremer Kälte und starkem Regen ausgesetzt war. Am nächsten Tag nahm sie einen Bus, der sie von Athen zur mazedonischen Grenze brachte. Aber die Leichtigkeit der Fahrt im Bus ließ die Familie die Fahrt auf dem Schiff nicht vergessen.

Sieben Stunden später versorgten Freiwillige an der mazedonischen Grenze die Flüchtlinge. Der Regen fiel ununterbrochen, und die Kinder weinten vor Müdigkeit und der Mühsal des Reisens. Ich traf die Familie, die auf eine ärztliche Untersuchung wartete. Alle Familienmitglieder sahen erschöpft aus nach 18 Stunden Angst auf See.

Nun ist der Albtraum vorbei.

Später,  nach dieser langen und beschwerlichen Reise, ließ sich die Familie in Deutschland nieder. Sie stellte einen Asylantrag und lebt nun in Sicherheit - ohne Bombenhagel und Todesangst.

von Shahed Bahsas, Klasse 8d, Richtsbergschule