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Schüler lesen die OP 2019 Ist ein Handyverbot sinnvoll?
Mehr OP extra Schüler lesen die OP 2019 Ist ein Handyverbot sinnvoll?
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20:51 15.05.2019
Schüler auf einem Schulhof nutzen ihre Smartphones. Ob das generell oder nur teilweise erlaubt ist, regeln viele Schulen unterschiedlich. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
Kirchhain

An der Alfred-Wegener Schule herrscht seit 2016 ein Handyverbot. Das Ziel: So sind die Schüler konzentrierter, fokussieren sich mehr auf den Unterricht und es kommt augenscheinlich seltener zu Mobbing-Vorfällen.

Ein Handyverbot hat sowohl auf die Schule als auch auf die Schüler eine unglaublich positive Wirkung. Die zufriedenen und glücklichen Gesichter der Kinder sind deutlich zu erkennen, erzählt ein Schüler.

Denn heute kann man die Kinder rennend auf dem Schulhof sehen. Es ist sogar zu beobachten, dass sie Karten spielen.

Weniger Fälle von Mobbing

Außerdem hat sich das Verhältnis zwischen den Schülern durch die häufigere Kommunikation gestärkt, so erzählt es eine Schülerin der 9b: „Nach Jahren erleben wir die Schule endlich wieder positiver und voll mit Lebensfreude. Endlich können wir wieder Augenkontakt aufbauen, ohne dass wir den psychischen Druck haben auf unsere Handys schauen zu müssen.“

Außerdem seien die Mobbing-Fälle durch das Handyverbot gesunken. Dies macht die Aussage der Mutter eines Schülers deutlich: „Die Veröffentlichung unangenehmer Fotos meines Sohnes auf sozialen Netzwerken durch die Smartphones war der Grund, weswegen er in einer nicht akzeptablen Art und Weise durch seine Mitschüler behandelt worden ist“, so die Mutter. Doch heute ist es ganz anders.

Mehr soziale Gerechtigkeit

„Wie gut, dass das Handyverbot durchgesetzt worden ist, denn dies ist der Grund, warum die Schüler sich mit meinem Sohn angefreundet haben.“ Einer Schülerin zufolge sei auch die Konzentration der Schüler im Unterricht stärker. Die seien so konzentrierter und würden sich mehr beteiligen, da sie ihre Aufmerksamkeit auf den Unterricht legen würden.

Zudem unterstütze das Handyverbot wirtschaftlich schwache Familien, da sie nicht mehr so viel Geld für das neueste und teuerste Handy ausgeben würden, denn die wohlhabenden Schüler würden sie nicht mehr mit ihren Wertgegenständen beeinflussen. Dies führe wiederum zu einer sozialen Gerechtigkeit. Diese Aussagen ließen den Entschluss ziehen, dass ein Handyverbot sich positiv auf die Entwicklung der Schüler sowie auf deren Schulleistung auswirkt. Daher sei ein Handyverbot stets zu befürworten.

von Merve Cin und Sude Turgut G9b, Alfred-Wegener-Schule Kirchhain