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Der politische Kommentar Meier wechselt mit Schulze
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22:10 19.02.2018
Von Carsten Beckmann
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So steht’s vielmehr in einem internen Bericht des Heereskommandos. Und wenn dort von einer Fähigkeitslücke bis mindestens 2021 die Rede ist, muss man kein ausgemachter Schwarzseher sein, um die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr in Zweifel zu ziehen. Flosdorffs Verzicht darauf, die Informationen aus dem Heereskommandobericht anzuzweifeln, darf man wohl so interpretieren: Im Ministerium weiß man um die Zustände. Von der Leyens Sprecher mühte sich gestern zwar redlich, den Mangel schönzu­reden, indem er ein „beschleunigtes Beschaffungs- und Umverteilungsverfahren“ ankündigte. Insbesondere der Begriff der Umverteilung erinnert in diesem Zusammen-hang an den schlechten Kasernenkalauer, in dem die Ausführungsbestimmung zum Unterwäschewechsel lautet: Meier wechselt mit Schulze, Müller tauscht mit Schmidt. Doch Spaß beiseite: Taugt das von Flosdorff angekündigte Verfahren zur Beseitigung der offenbar real existierenden Mängel oder wird jetzt einfach zur Turbo-Inventur geblasen, um dann auf die Schnelle und ohne Rücksicht auf Preisschilder ein bisschen Powershopping betreiben zu können?

Den großen Worten der Verteidigungsministerin im Kreise ihrer Nato-Amtskollegen in der vergangenen Woche folgt jetzt das verquast kommunizierte, kleinlaute Eingeständnis, dass durchaus nicht alles bei der Truppe zum Besten bestellt ist. Wenn sich demnächst 10000 deutsche Soldaten für die „Speerspitze“ ­bereithalten sollen, reicht es kaum, dafür einfach nur ein paar Millionen Euro einzu­takten. Wenn der Natoaufmarsch mit deutscher Beteiligung an den Grenzen zu Russland Moskau in irgendeiner Weise beeindrucken soll, wenn die Bundeswehr wirklich die „Speerspitze der Speerspitze“ sein soll, kann sie es sich nicht leisten, auch nur den leisesten Zweifel über ihre Schlagkraft aufkommen zu lassen.

Fehlende Winterkleidung? Zu wenige Schutzwesten und Zelte? Keine Fahrzeuge, kein schweres Gerät? Ganz schlechte Voraussetzungen, auch wenn Flosdorff gestern großspurig betonte, es bestehe „kein Anlass zur Sorge“.

von Carsten Beckmann

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