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Europawahl 2019 Noch nicht genügend helfende Hände
Mehr OP extra Europawahl 2019 Noch nicht genügend helfende Hände
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00:17 09.05.2019
Wahlhelfer in München sortieren die eingeschickten Briefwahlstimmen zur Kommunalwahl im Jahr 2014. Quelle: Nicolas Armer
Marburg

Der Termin zur Europawahl rückt näher. In den Städten und Gemeinden des Landkreises suchen Ortsvorsteher und Verwaltungsmitarbeiter nach Wahlhelfern. Denn noch haben sich nicht genügend Freiwillige für den Wahlsonntag gemeldet.
Etwa 120 Helfer muss beispielsweise die Gemeinde Weimar zusammenbekommen für die zwölf Wahllokale und die Auswertung der Briefwahlen. Aktuell hätten rund 100 Männer und Frauen ihre Hilfe zugesagt, sagt Rolf Dörr aus der Gemeindeverwaltung. Fünf Leute pro Wahllokal seien mindestens nötig, denn das sei gesetzlich so festgelegt.

Bei der Suche nach Wahlhelfern gehen die Kommunen oft den Weg über die Ortsbeiräte. Die Ortsvorsteher sind nahe dran an den Bürgern und können bei einzelnen Personen vorfühlen, ob sie bereit sind, sich an dem Sonntag zur Verfügung zu stellen. Die Ortsvorsteher schickten dann Vorschlagslisten an die Gemeinde, so Dörr. Die Gemeinde schreibt die Vorgeschlagenen dann an.

Cölbe hat noch offene Stellen

Bei diesen Vorschlägen ist die Quote der positiven Rückmeldungen in aller Regel recht hoch, sagt Heinz-Martin Lieser von der Gemeinde Cölbe. Problematisch sei es eher in jenen Orten, wo es keinen Ortsbeirat gibt – wie etwa in Cölbe selbst. Auch hier fehlten noch „ein paar“, wie Lieser auf OP-Nachfrage bestätigt. „Wir haben aber keine Angst, dass wir am Ende zu wenige Wahlhelfer haben“, sagt er.

Noch seien einige Anfragen offen und so mancher komme vielleicht jetzt erst aus dem Urlaub zurück. Zudem ließen sich viele mit der Zusage Zeit – für den Fall, dass noch etwas Privates dazwischen kommt und sie dann doch nicht helfen können. 86 Helfer benötigt die Gemeinde Cölbe insgesamt, etwa 70 hätten schon zugesagt, so Lieser. In der Vergangenheit sei es aber auch schon vorgekommen, dass die Gemeinde bis kurz vor dem Wahltermin noch telefonisch nach Helfern suchen musste. Sorge bereite ihm vielmehr die Landratswahl. Cölbe hatte mit den Anfragen für die Europawahl gleich auch für den Sonntag im September Wahlhelfer angefragt. „Für die Landratswahl haben wir schon eine ganze Menge Absagen“, sagt Heinz-Martin Lieser. Das hänge auch mit der 775-Jahr-Feier der Gemeinde zusammen, die am gleichen Wochenende im September stattfindet.

Marburg setzt aus 700 Wahlhelfer

In Kirchhain wurden potenzielle Wahlhelfer bereits angeschrieben, teilt Dirk Lossin vom Wahlamt der Stadt auf OP-Nachfrage mit. 168 Personen würden insgesamt benötigt. Bei etwa zehn bis 15 Wahlhelfern sei noch unklar, ob sie für die Europawahl zur Verfügung stehen. In Stadtallendorf gibt es laut Patrick Fischer derzeit keinen Mangel. Auch in Neustadt sieht es gut aus – im Gegensatz zu dem Trend bei den letzten Wahlen, sagt Holger Michel aus der Verwaltung. Für die Landratswahl könnte es wieder knapp werden, besonders, wenn es zu einer Stichwahl kommt.

Martina Henkel von der Stadt Biedenkopf sagt, es könnten sich gerne Freiwillige melden. Denn von den Bürgern, die angeschrieben werden, würden regelmäßig 30 bis 40 Prozent absagen. Derzeit stünden noch viele Antworten aus. Bei Absagen müssten dann neue Bürger angeschrieben werden. Auch in Dautphetal und Gladenbach sagen erfahrungsgemäß fünf Prozent der angeschriebenen Wahlhelfer ab, wie die Kommunen auf OP-Nachfrage mitteilen. 180 bis 200 Wahlhelfer werden in Gladenbach insgesamt benötigt.

Die Stadt Marburg benötigt hingegen 700 Helfer. Mehr als 90 Prozent der Plätze sind schon belegt. In der Universitätsstadt bekommen die Freiwilligen für ihr Ehrenamt eine Aufwandsentschädigung von 40 bis 50 Euro, je nach ihrer Funktion. Wenn die Wahllokale um 8 Uhr öffnen, müssen die ersten Helfer vor Ort sein. Die letzte Schicht endet, wenn nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr alle Stimmen ausgezählt sind.     

von Dominic Heitz 
und Freya Altmüller