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Europawahl 2019 So hat der Landkreis gewählt
Mehr OP extra Europawahl 2019 So hat der Landkreis gewählt
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22:39 26.05.2019
Die Grünen sind im Landkreis der triumphale Gewinner der Europawahl – wie auch bundesweit landeten sie deutlich vor der SPD auf dem zweiten Platz. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Am lautesten jubelten die Grünen in der Universitätsstadt Marburg. Dort sind sie genauso stark wie CDU und SPD zusammen. Parteichef Christian Schmidt führte das starke Ergebnis für seine Partei auch auf die Politik der Stadtregierung ZIMT aus SPD, CDU und Bürgern für Marburg zurück.

Vier Monate vor der Landratswahl im September muss sich Amtsinhaberin Kirsten Fründt Sorgen um ihre Wiederwahl machen. Im Kreis landete die SPD mit nur 20,0 Prozent auf dem dritten Rang hinter CDU (24,3) und Grünen (23,6).

Im Kreis wie in der Stadt Marburg ist der Stimmenzuwachs der rechtspopulistischen AfD deutlich geringer als erwartet.

Schwere Schlappe für GroKo

Das gesamtdeutsche Ergebnis ist eine schwere Schlappe für die große Koalition: Union und SPD schnitten historisch schlecht ab. Trotzdem bleiben CDU und CSU zusammen stärkste Kraft. Die Sozialdemokraten dagegen fielen auf den dritten Platz. Die Grünen klettern erstmals bei einer bundesweiten Wahl auf den zweiten Rang. Die AfD verbessert ihr Europawahl-Ergebnis, bleibt aber hinter dem der Bundestagswahl.

Die Union aus CDU und CSU erreicht nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF 28,2 bis 28,8 Prozent – etwa sieben Punkte weniger als bei der Europawahl 2014 (35,4 Prozent) und auch schlechter als bei der Bundestagswahl 2017 (32,9 Prozent). Die herben Verluste gingen dabei auf das CDU-Konto, nicht das der bayerischen Schwester CSU. Die SPD stürzt auf 15,5 Prozent ab. Das sind rund zwölf Punkte weniger als bei der vorherigen Europawahl (27,3 Prozent), bei der Bundestagswahl hatten die Sozialdemokraten 20,5 Prozent erreicht.

Die Grünen legen den Hochrechnungen zufolge auf 20,6 bis 20,8 Prozent zu – gut zehn Punkte mehr als bei der Europawahl vor fünf Jahren (10,7 Prozent). Die AfD kommt auf 10,8 bis 10,9 Prozent (2014: 7,1 Prozent). Die Linke liegt bei 5,4 bis 5,5 Prozent (2014: 7,4 Prozent), die FDP bei 5,4 bis 5,5 Prozent (2014: 3,4 Prozent). Auf andere Parteien entfallen 13,5 bis 13,6 Prozent.

Aus der ersten europaweiten Prognose des EU-Parlaments ging hervor, dass Christ- und Sozialdemokraten nach erheblichen Verlusten erstmals nicht mehr in der Lage sein werden, alleine eine Mehrheit im Europaparlament zu stellen. Liberale und grüne Parteien legten deutlich hinzu. Auch rechtspopulistische Parteien verbuchten Zugewinne.

von Till Conrad und unserer Agentur