Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Steckbriefe Sabine Löhnert, Altentherapeutin
Mehr OP extra Corona-Helden Steckbriefe Sabine Löhnert, Altentherapeutin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Corona-Helden Marburg-Biedenkopf Grafik: mr/media
22:48 12.05.2020
Sabine Löhnert arbeitet bei der DRK-Schwesternschaft.  Quelle: Nadine Weigel
Anzeige
Marburg

Name: Sabine Löhnert

Alter: 53

Anzeige

Geboren in: Marburg

Ich lebe in Marburg-Biedenkopf, weil... es hier schön ist

Als Kind wollte ich werden: Lehrerin

Das mache ich heute: Gerontotherapeutin (Altentherapeutin) im Haus am alten Botanischen Garten

Das Schönste daran ist: Der Kontakt zu den Menschen und ihre ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, die ich im Rahmen meiner Arbeit kennenlernen darf.

In meiner Freizeit: mache und höre ich gerne Musik. Ich singe sehr gern, vor allem gregorianischen Choral.

Die Corona-Pandemie: ist etwas, das alles auf den Kopf stellt, privat und auf der Arbeit. Sie erfordert gleichzeitig Flexibilität, Kreativität und ganz viel Geduld.

Das Wichtigste in dieser Zeit ist für mich: Beruflich gehört es zu meinen Aufgaben, älteren Menschen bei der Strukturierung des Tages zu helfen und ihnen zum Erleben schöner Momente zu verhelfen. Da dies während der Corona-Pandemie mit großen Einschränkungen verbunden ist, ist der persönliche Kontakt und das Gespräch mit den Bewohnerinnen wichtig. Ich erlebe Unterstützung und Solidarität in Form von Sach- sowie Zeitspenden, beispielsweise helfen FSJler*innen mit Einkäufen unseren Senioren*innen. Zudem erhalten unsere Bewohner*innen Briefe und andere kleine Aufmerksamkeiten von Blumen Braun, Seelsorgern und anderen Mitmenschen. Durch die Aktion „Ich schick Dir einen Engel“ von der Citypastoral Marburg bekommen die Bewohner*innen unseres Hauses fröhliche und tröstende Bilder sowie Briefe von engagierten Marburgern. In Kürze werden mehrere Balkonkonzerte mit jungen Musikern stattfinden. Aber nicht nur unseren Senioren*innen begegnete man mit Solidarität, sondern auch den Mitarbeitern*innen des Hauses mithilfe von Mund- und Nasenschutz-Spenden, dies empfinde ich als sehr positiv. In meinem Privatleben finde ich es gut, Zeit zu haben, um über die Bedeutung von Aspekten meines Lebens nachzudenken und das ein oder andere zu ändern.

Für die Zukunft wünsche ich mir: Dass die Erkenntnis, welche Berufe systemrelevant für unsere Gesellschaft sind, wie beispielsweise Mitarbeiter*innen in Einrichtungen der Altenhilfe sowie in allen Bereiche des Gesundheitswesen, über die Corona-Krise hinaus anhält und sie zu Anerkennung und Würdigung der Berufe führt, aber auch zu einer gerechteren Bezahlung der einzelnen Berufsgruppen.

Das wollte ich schon immer mal sagen: Wir sollten alle mehr das Miteinander in der Gesellschaft im Blick haben und sollten solidarischer und menschlicher miteinander umgehen, auch ohne Corona-Krise

Frau Löhnert wurde vorgeschlagen von der Vorsitzenden der DRK-Schwesternschaft, Oberin Iris Richter-Plewka, da sie sich gerade jetzt in der Corona-Krise bereichsübergreifend und über ihre eigentliche berufliche Tätigkeit hinaus, für alte und pflege- und hilfsbedürftige Menschen einsetzt. „Die DRK-Schwesternschaft und das Haus am alten Botanischen Garten danken Sabine Löhnert sehr für ihr Engagement und ihren ganz besonderen „Dienst am Menschen“, den wir als Mitgliedsorganisation des DRK uneingeschränkt als Leitmotiv tragen. Damit steht Frau Löhnert auch stellvertretend für alle anderen Rotkreuzschwestern, Mitglieder und Mitarbeiter der Schwesternschaft, die derzeit in vielfältiger Weise, hoch engagiert unserem Rot Kreuz-Auftrag nachkommen. Es zeigt sich nun, dass unsere traditionellen Werte etwas wert sind“, so die Oberin.

Nadine Weigel