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A 49 Weiterbau A49 bewegt die Gemüter
Mehr OP extra A 49 Weiterbau A49 bewegt die Gemüter
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10:11 25.11.2019
Quelle: Archivfotos
Ostkreis

Seit gut 40 Jahren wird über den Weiterbau der A49 diskutiert. Das Einheitsprojekt soll die Region Nordhessen stärken und künftig Städte Kassel und Gießen auf kürzestem Weg miteinander verbinden. 

43 Kilometer Autobahn zwischen Neuental im Schwalm-Eder-Kreis und Gemünden (Felda) im Vogelsbergkreis sind es, die noch fehlen - und die stark umstritten sind. Während die einen Bürger auf mehr Nachtruhe und weniger Durchgangsverkehr hoffen, wollen die anderen einen Kahlschlag der Wälder auf der vorgesehene Trasse verhindern. Deshalb haben Anfang Oktober Umwelt-Aktivisten Bäume im Dannenroder Forst besetzt.

Drei Abschnitte - einer wird bereits gebaut

Der Neubau der A49 zwischen Neuental und Gemünden/Felda umfasst insgesamt drei Abschnitte - sogenannte Verkehrskosteneinheiten. Während sich ein Abschnitt bereits im Bau befindet, werden die beiden anderen noch geplant.

Ausgehend vom heutigen Bauende bei Neuental soll die A49 in Zukunft durch die Landkreise Schwalm-Eder, Marburg-Biedenkopf und Vogelsberg führen. Dort soll die Autobahn sie an die A5 angeschlossen werden. Im Bau ist seit März 2011 der Abschnitt zwischen Neuental und Schwalmstadt/Treysa. In Planung sind die beiden Abschnitte von Schwalmstadt nach Stadtallendorf und weiter von Stadtallendorf nach Gemünden/Felda. 

Geschichtliches

Der Planfeststellungsbeschluss für den vorletzten Abschnitt zwischen Schwalmstadt und Stadtallendorf Nord wurde am 4. Januar 2012 vom damaligen hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Posch unterzeichnet. Im Mai 2012 klagte der Naturschutzbund Hessen gegen diesen Abschnitt wegen des vermeintlich unzureichenden Schutzes von Fledermäusen, nahm diese Klage jedoch im Juni 2013 wegen gesunkener Erfolgsaussichten zurück. Der vorletzte Abschnitt soll in einem öffentlich-privaten Projekt (ÖPP) mit Geldern von Unternehmen finanziert werden. Diese Geldgeber betreiben üblicherweise die Strecken und erhalten im Gegenzug jahrzehntelang die Einnahmen der LKW-Maut.

Das Planfeststellungsverfahren für den letzten Abschnitt zwischen Stadtallendorf Nord und der Bundesautobahn 5 sollte ursprünglich bereits im Jahre 2004 abgeschlossen sein; zunächst sollte die A 49 mitten durch den östlich von Stadtallendorf gelegenen Herrenwald geführt werden. Im Jahr 2003 schlug das Regierungspräsidium Gießen den Herrenwald wegen seiner vielen seltenen Lebensräume und Tierarten – unter anderem existiert dort eine Population von Kammmolchen – als europäisches Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet (FFH-Gebiet) vor. 2004 erfolgte die Anerkennung. Der damalige hessische Verkehrsminister Alois Rhiel (CDU) stellte daher im Herbst 2005 eine Alternativtrasse vor, die näher an Stadtallendorf liegt, den Herrenwald aber nur am Rande anschneidet. Diese soll nun verwirklicht werden. Der Planfeststellungsbeschluss für den letzten Abschnitt wurde am 30. Mai 2012 erteilt. Eine Klage zweier Naturschutzvereine gegen den Planfeststellungsbeschluss wurde vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 23. April 2014 abgewiesen. Der letzte Abschnitt soll ebenfalls in einem öffentlich-privaten Projekt (ÖPP) finanziert werden.

Aufgrund der Finanzierungszusage wurde Mitte 2015 mit einer Fertigstellung der A 49 im Jahr 2021 gerechnet. Mit Beginn der Rodungssaison am 1. Oktober 2019 wurden auf der Trasse im Bereich des Dannenröder Forstes Baumhäuser errichtet, um den Weiterbau zu verhindern.

Quelle: Wikipedia

von Katharina Kaufmann-Hirsch