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Wirtschaft Zweiter Aareal-Großaktionär fordert Rücktritt von Wagner
Mehr Hessen Wirtschaft Zweiter Aareal-Großaktionär fordert Rücktritt von Wagner
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18:12 10.02.2022
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Wiesbaden/Frankfurt

Wie schon der Hedgefonds Petrus Advisers verlangt nun auch Teleios Capital Partners den Rückzug von Aufsichtsratschef Hermann Wagner.

Der Chefkontrolleur und weitere Hauptprotagonisten des "Übernahmedebakels" sollten ihre Fehleinschätzung einräumen und zurücktreten, schrieb Teleios-Partner Adam Epstein in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an den Aufsichtsrat. Der Hedgefonds Teleios hält nach eigenen Angaben gut sechs Prozent der Aareal-Aktien. Zuvor hatte Petrus Adivers den Aufsichtsratschef und dessen Stellvertreter Richard Peters zum Rücktritt aufgefordert.

Die beiden aktivistischen Investoren hatten die 1,86 Milliarden Euro schwere Übernahmeofferte der Finanzinvestoren Advent und Centerbridge als deutlich zu niedrig bezeichnet und anderen Aktionären empfohlen, das Gebot nicht anzunehmen. Letztlich wurden dem Bieter nur 42,55 Prozent der Anteile angeboten. Damit verfehlten sie die Mindestannahmeschwelle. Vorstand und Aufsichtsrat der Aareal Bank hatten den Übernahmeplan unterstützt.

Teleios übt scharfe Kritik an der Führung der Bank. Der Aufsichtsrat müsse dafür sorgen, dass der Wert der Aareal Bank nicht verschleudert werde, sei es aufgrund eines ungeeigneten Managements oder wegen ungebremsten Eigeninteresses, schreibt Epstein. Die Offerte von Advent und Centerbridge habe deutlich unter dem Wert der einzelnen Konzernteile gelegen. Dabei geht es vor allem um die IT-Tochter Aareon. Er wisse von möglichen Interessenten für jede Sparte der Bank, die insgesamt deutlich mehr bezahlen könnten, schreibt Epstein.

Die Aareal Bank wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Vorstand und Aufsichtsrat hätten ihre Pflichten rund um die Übernahmeofferte jederzeit sorgfältig eingehalten. Auch heute liege der Bank noch kein attraktiveres Angebot vor. Eine Aufspaltung lehnt der Konzern weiterhin ab. "Eine Abwicklung des Unternehmens mit Verkauf der Einzelbestandteile ist keine nachhaltige Strategie", heißt es.

© dpa-infocom, dpa:220210-99-69410/2

dpa