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Wirtschaft Weniger Passagiere und mehr Fracht am Flughafen Hahn
Mehr Hessen Wirtschaft Weniger Passagiere und mehr Fracht am Flughafen Hahn
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05:43 26.11.2020
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Hahn

Der Hunsrück-Flughafen Hahn verbucht in Corona-Zeiten weiterhin ein Minus bei den Passagierzahlen und ein Plus im Frachtgeschäft. Die Zahl der Fluggäste fiel im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 71,8 Prozent auf 37 905, wie aus der jüngsten Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) hervorgeht. Während der ersten zehn Monate 2020 ging ihre Zahl mit Blick auf den Vorjahreszeitraum um 69,3 Prozent auf 408 113 zurück. Laut ADV kommt die Branche in Pandemie-Zeiten nicht aus der Krise: "Weitreichende Reisebeschränkungen und Beherbergungsverbote schüren die Unsicherheit bei der Reiseplanung."

Das Frachtgeschäft am Hahn legte dagegen im Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitmonat um 43,4 Prozent auf 23 106 Tonnen zu. Während der ersten zehn Monate dieses Jahres steigerte es sich gemessen am Vorjahreszeitraum um 34,9 Prozent auf 185 264 Tonnen. Der Flughafen Hahn besitzt eine begehrte Nachtflugerlaubnis. Nur vier andere größere deutsche Airports haben ebenfalls eine. Zudem profitiert der Hahn von Fracht, die vor Corona als Beiladung von Passagierflügen geflogen worden wäre.

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Der Airport im Hunsrück gehört zu 82,5 Prozent dem chinesischen Großkonzern HNA und zu 17,5 Prozent dem Bundesland Hessen. Die Geschäftsführung des Flughafens äußerte sich auf Anfrage nicht zu den jüngsten ADV-Zahlen. Der einstige US-Militärflughafen Hahn ist der einzige größere Airport in Rheinland-Pfalz.

Die ADV zog auch bundesweit eine gemischte Bilanz: Im Passagiergeschäft zeige der Trend weiter abwärts, bei der Luftfracht dagegen gebe es positive Zeichen. "Die Flugangebote im Winterflugplan werden zunehmend aufgrund der geringen Buchungszahlen gestrichen. Der Winter wird hart, einige Flughäfen befinden sich im Überlebensmodus", erklärte der Branchenverband. Das Frachtaufkommen dagegen sei im Oktober den zweiten Monat in Folge gewachsen: "Funktionierende Logistikketten und die sich erholende Konjunktur pushen sich gegenseitig."

dpa