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Wirtschaft Metall-Tarifrunde Mitte ohne Ergebnis: Weitere Warnstreiks
Mehr Hessen Wirtschaft Metall-Tarifrunde Mitte ohne Ergebnis: Weitere Warnstreiks
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16:32 12.03.2021
«Warnstreik!» steht auf einem Schild.
«Warnstreik!» steht auf einem Schild. Quelle: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild
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Mainz

Im Tarifgebiet Mitte gehen die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie in die dritte Woche. Die von Protesten begleitete vierte Verhandlungsrunde am Freitag in Mainz verlief ohne Annäherung, wie IG Metall und Arbeitgeber im Anschluss übereinstimmend berichteten. Ein weiterer Verhandlungstermin für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland soll erst in den kommenden Tagen vereinbart werden. Mutmaßlich werden zunächst die Gespräche im Nachbarland Nordrhein-Westfalen an diesem Montag (15. März) abgewartet.

"Die Arbeitgeber sind erneut ohne Ideen zu Beschäftigungssicherung und Entgeltsteigerung in die Verhandlungen gekommen und verschleppen durch ihre Haltung ein tragfähiges Tarifergebnis", erklärte IG-Metall-Bezirkschef Jörg Köhlinger. Das provoziere eine dritte Warnstreikwoche. Bislang haben sich bereits rund 69 000 Beschäftigte an den Aktionen beteiligt.

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit rund 3,8 Millionen Beschäftigten vier Prozent mehr Lohn - wo es in einem Betrieb schlecht läuft, in Form von Lohnausgleich bei einer auf vier Tage abgesenkten Arbeitszeit. Die Arbeitgeber haben in den regional geführten Verhandlungen bislang Lohnerhöhungen frühestens für das Jahr 2022 in Aussicht gestellt und wollen automatische Abweichungen vom Tarifniveau für schwächere Betriebe.

Die Arbeitgeber betonten erneut die starke wirtschaftliche Spreizung zwischen einigen florierenden Betrieben und der größeren Mehrheit, die aktuell eine problematische Geschäftsentwicklung aufweise. Die entscheidende Bewährungsprobe für den Flächentarifvertrag sieht Mitte-Verhandlungsführer Johannes Heger in der Verknüpfung einer Entgelterhöhung mit einer dauerhaften, automatischen Differenzierung: "Nie war die betriebsspezifische Spreizung so nachhaltig und deutlich, wie jetzt. Das muss sich in unserem Abschluss niederschlagen."

© dpa-infocom, dpa:210312-99-794987/3

dpa