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Wirtschaft Warnstreik im Busverkehr stellt Pendler vor Geduldsprobe
Mehr Hessen Wirtschaft Warnstreik im Busverkehr stellt Pendler vor Geduldsprobe
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15:42 01.11.2019
Ein Mann mit Trillerpfeife bei einem Verdi-Warnstreik. Quelle: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild
Frankfurt/Main

Ein Warnstreik bei den privaten Omnibusunternehmen hat den Busverkehr in Hessen vielerorts am Freitag zum Erliegen gebracht. Hessenweit beteiligten sich rund 3000 Busfahrer an dem Ausstand, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. "Es waren noch mehr als das letzte Mal", teilte Streikleiter Jochen Koppel mit. Demnach blieben in den großen hessischen Städten Hanau, Gießen, Darmstadt, Offenbach, Kassel und Frankfurt die Busse im Depot.

Bereits mit Beginn der Frühschicht um 3.10 Uhr waren Busfahrer an verschiedenen Ort in Hessen in den Ausstand getreten. Verdi-Angaben zufolge fuhren gegen 4.00 Uhr unter anderem in Offenbach und in Bad Vilbel keine Busse. Ebenso standen Fahrgäste im Landkreis und in der Stadt Fulda, Bad Hersfeld sowie Weiterstadt teils vergeblich an der Bushaltestelle. In einigen Landkreisen wie etwa dem Lahn-Dill-Kreis und dem Odenwaldkreis lief der Busverkehr dagegen nach Angaben des Landesverbands Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) weitgehend regulär.

In Offenbach und Frankfurt hatten sich Busfahrer an den Betriebshöfen versammelt und an den Eingangstoren Streik-Fahnen gehisst. "Die Kollegen sind entschlossen, denn sie fühlen sich verschaukelt", erklärte Koppel. Von den Arbeitgebern werde nun ein "ernstzunehmendes Angebot" erwartet. "Wenn sie nicht nachbessern, wird es mit Sicherheit weitere Streiks geben", mahnte der Streikführer.

Vor allem in den größeren Städten hatten sich Verkehrsbetriebe auf die Warnstreiks eingestellt. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft Traffiq rief Fahrgäste auf, sich vor Fahrten über ihre Verbindungen zu informieren. In Frankfurt wurden von 64 Buslinien 57 Verbindungen laut Traffiq bestreikt. S- und U-Bahnen sowie Regionalzüge und Straßenbahnen fuhren demnach aber planmäßig.

Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die privaten Busunternehmer hatten zuletzt angeboten, den Stundenlohn bei einer Laufzeit von vier Jahren schrittweise von 13,50 Euro auf 15,10 Euro anzuheben. Das entspricht rund zwölf Prozent mehr Lohn. Die Gewerkschaft fordert eine Anhebung des Stundenlohns auf 16,60 Euro und mehr Urlaubstage.

"Wir sehen es sehr, sehr kritisch, dass Verdi sich überhaupt nicht bewegt", sagte LHO-Verhandlungsführer Volker Tuchan am Freitag. Die Gewerkschaft müsse auch erklären, wie solche Lohn-Forderungen zu finanzieren seien. Wegen der langfristigen Verträge der Omnibusbetriebe mit den Kommunen und Kreisen sei der finanzielle Spielraum für realistische Lohnerhöhungen bereits ausgereizt.

Tuchan widersprach zudem der Darstellung, dass Verdi vor den Warnstreiks ein Ultimatum für eine Nachbesserung des Angebots gestellt hatte. "An uns gab es kein Ultimatum", sagte Tuchan.

Kritik äußerte auch die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). "Wer rechtschaffenen Beschäftigten den Weg zur Arbeit und von ihr zurück abschneidet und Schüler und Studenten von der Schule oder der Universität fernhält, wahrt keinerlei Verhältnismäßigkeit mehr", teilte VhU-Geschäftsführer Dirk Pollert mit. Der Warnstreik schade der Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Unternehmen, hieß es.

Der aktuelle Tarifkonflikt betrifft rund 4400 Busfahrer. Zu einem ersten Warnstreik war es bereits Ende September gekommen. Zehntausende Pendler waren davon betroffen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben für den 14. November die nächste Verhandlungsrunde angesetzt.

dpa

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