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Wirtschaft Verbände: Umweltauflagen bedrohen Existenz vieler Mühlen
Mehr Hessen Wirtschaft Verbände: Umweltauflagen bedrohen Existenz vieler Mühlen
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13:14 19.08.2020
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Wiesbaden

Grund für die Notlage sei vor allem der vor einiger Zeit verschärfte Mindestwassererlass. Er regelt, wieviel Wasser zum Schutz der Umwelt an den Anlagen vorbeigeleitet werden muss. Da sich diese vorgegebene Menge bis um das Dreifache und mehr erhöht habe, stehe vielen Mühlen nicht mehr genug Wasser zur Stromerzeugung zur Verfügung.

Fast alle der 621 Wasserkraftanlagen in Hessen seien betroffen, viele könnten wegen der neuen Vorgaben nicht mehr kostendeckend betrieben und müssten mittel- bis langfristig stillgelegt werden, erklärte Beyer. "Die wertvollste, weil sauberste und stetig verfügbare, erneuerbare Energieerzeugung sowie jahrhundertealte, vielfach seit Generationen in Familienhand betriebene Wassermühlen werden vernichtet."

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Wasserkraft Fulda/Rhön, Manfred Hempe, sprach von einem drohenden "zweiten großen Mühlensterben seit 1960". Der Mindestwassererlass sorge dafür, dass derzeit kein Müller mehr in seine Anlage investieren wolle. Gemeinsam mit dem Hessischen Landesverein zur Erhaltung und Nutzung von Mühlen haben die Wasserkraft- und Mühlenverbände eine Banneraktion an den Mühlen initiiert: Auf großen Plakaten heißt es "Wasserkraft muss bleiben - stoppt die einseitige Umweltpolitik!". Ziel sei, durch eine deutliche Entschärfung der Umweltvorgaben die Wasserkraft und deren Beitrag zur erneuerbaren Energieerzeugung zu sichern, erklärte Beyer.

dpa