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Wirtschaft United Internet wegen Streits mit Telefónica unter Druck
Mehr Hessen Wirtschaft United Internet wegen Streits mit Telefónica unter Druck
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16:37 21.09.2020
Ein Firmenschild an einem Gebäude von United Internet. Quelle: Thomas Frey/dpa/Archivbild
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Montabaur/München

United Internet/Drillisch und Telefónica sind am umkämpften deutschen Telekommunikationsmarkt Wettbewerber und Partner zugleich. Als Telefónica 2014 mit E-Plus fusionierte, musste es einen Teil seiner Netzkapazitäten vermieten, so wollte es die EU-Kommission - damit sollte der Wettbewerb zu Gunsten des Verbrauchers angekurbelt werden.

Die Firma von Ralph Dommermuth griff als "virtueller Netzbetreiber" zu - sie hat keine eigenen Funkstationen, darf aber die von Telefónica nutzen. Wie viel Geld United Internet dafür zahlen muss, sorgte schon 2019 für Streit, damals setzte sich Telefónica durch.

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Seit 2019 hat sich die Situation für United Internet etwas verändert: Die Firma ersteigerte damals Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G - bis spätestens 2022 muss die Firma 1000 eigene Sendemasten aufstellen und bis Ende 2025 ein Viertel der Haushalte mit schnellem Internet versorgen. Damit Kunden auch anderswo Handyempfang haben, soll United Internet/Drillisch in Gebieten ohne eigene Anlagen das Netz der Konkurrenz nutzen dürfen - dies wird "Nationales Roaming" genannt.

Um dieses Roaming zu bekommen, verhandelte United Internet mit den drei Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica. Die Gespräche mit der Telekom und Vodafone waren bisher Rohrkrepierer, die Gespräche mit Telefónica liefen besser - mit dieser Firma arbeitet United Internet ja ohnehin schon intensiv zusammen.

Die derzeitigen Netzkapazitätspreise sind eine Art Ausgangsbasis für ein mögliches Nationales Roaming - sollte zum Roaming ein Vertrag abgeschlossen werden, könnten sich dessen Kosten aus den aktuellen Preisen ableiten. Es geht also keineswegs nur um Zahlungen für ein paar Monate, sondern womöglich um eine Preisbasis für die nächsten Jahre - das erklärt die Heftigkeit des aktuellen Streits. Telefónica betonte als Reaktion auf die Empörung aus Montabaur, die Rechnungen seien korrekt erstellt, die Vertragsdetails seien seit langem bekannt. United Internet prüft nun rechtliche Schritte.

dpa