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Wirtschaft Ukraine-Konflikt: Folgen für Unternehmen in Hessen unklar
Mehr Hessen Wirtschaft Ukraine-Konflikt: Folgen für Unternehmen in Hessen unklar
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14:32 25.02.2022
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Frankfurt/Main

Die hessische Wirtschaft rätselt noch über die ökonomischen Folgen des von Russland begonnenen Kriegs in der Ukraine. Die Sanktionen des Westens könnten vor allem Finanzdienstleister treffen, die in der Russischen Föderation aktiv sind, sagte Frank Aletter, Geschäftsführer vom Hessischen Industrie- und Handelskammertag, am Freitag. Auch die Situation der Mitarbeiter russischer Banken in Frankfurt sei ungeklärt.

Grundsätzlich sei ein weiterer Kostenanstieg bei Rohstoffen wie Gas, Öl oder Metall zu erwarten, die einen Großteil der hessischen Einfuhren aus Russland ausmachten. "Die Versorgung wird teurer und unsicherer", sagte Aletter. Nach jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamtes ist die Bedeutung der Kriegsgegner Ukraine und Russland als Außenhandelspartner in den vergangenen Jahren aber zurückgegangen.

Mit Waren im Wert von 4,46 Milliarden Euro und einem Anteil von 3,7 Prozent war die Russische Föderation im vergangenen Jahr noch der zehntgrößte Exporteur nach Hessen. Noch 2018 hatten die Russen Waren im Wert von 7,38 Milliarden Euro geliefert. Ihre Bedeutung als Absatzland für Produkte aus Hessen ist mit einem Volumen von 1,06 Milliarden Euro weit geringer (Rang 16). Hier sind vor allem Pharma-Produkte und Kraftwagen zu nennen. Die Ukraine führte im vergangenen Jahr Waren aus Hessen im Wert von nur 89,7 Millionen Euro ein. Von dort importiert wurde ein Volumen von 217,8 Millionen Euro.

Die Frankfurter Messegesellschaft vermag die Folgen der Sanktionen auf ihr Geschäft in Russland noch nicht vorherzusagen. Bei der 2002 gegründeten Tochter Messe Frankfurt RUS in Moskau sind rund 50 Menschen beschäftigt, wie Geschäftsführer Detlef Braun auf Anfrage erklärte. Sie organisieren in Russland 17 verschiedene Veranstaltungen, die in regulären, pandemiefreien Zeiten von 3900 Ausstellern und 155.000 Besuchern genutzt würden. Absagen hat die von der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen getragene Messegesellschaft noch nicht kommuniziert.

Der Pharmakonzern Stada aus Bad Vilbel bei Frankfurt sorgt sich um seine Beschäftigten in der Ukraine. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit den rund 440 Mitarbeitern in dem Land. Russland und die Ukraine sind wichtige Märkte für Stada und machen zusammen rund 17 Prozent des Umsatzes aus. Der Hersteller von rezeptfreien Medikamenten, Nachahmerarzneien und Spezialpharmazeutika hat dort ein Netzwerk lokaler Produktionsstätten. In Russland beschäftigt das Unternehmen allein etwa 2100 Menschen.

© dpa-infocom, dpa:220225-99-286616/2

dpa