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Wirtschaft Tarifverhandlungen im Busverkehr: Streiks angekündigt
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20:02 14.11.2019
Eine Person hält eine Trillerpfeife mit dem Logo der Gewerkschaft Verdi. Quelle: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild
Frankfurt/Main

Für hessische Busfahrgäste gibt es noch kein Aufatmen: Im Tarifkonflikt privater Busunternehmen hat die Gewerkschaft Verdi für nächste Woche Streiks angekündigt. Verdi erklärte die Verhandlungen mit dem Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) für rund 4400 Busfahrer am Donnerstagabend für gescheitert. Auch die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq sprach von erfolglos abgebrochenen Gesprächen und Streiks in der kommenden Woche.

Laut Verdi hatten die Arbeitgeber in der fünften Verhandlungsrunde in Frankfurt zwar ein weiteres Angebot vorgelegt. Dies sei jedoch nur "optisch aufgewertet". Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel sprach von Taschenspielertricks: "Wir lassen acht Monate einfach raus, fangen später mit ein paar Cent mehr an und landen dann nach vier Jahren auf einem etwas höheren Stundenlohn." 15,60 Euro würde dieser vom 1. Juli 2022 an betragen. Die Fahrer hatten den Druck auf die Arbeitgeberseite bereits vor der Verhandlung erhöht: In einer Urabstimmung stimmten sie zu 99,5 Prozent für unbefristete Streiks.

Der LHO zeigte sich nach eigenen Worten "ratlos" hinsichtlich der Wünsche von Verdi und sprach von angebotenen rund 15,5 Prozent mehr Lohn in den kommenden vier Jahren. Damit habe sich der Verband "noch einmal deutlich auf Verdi zubewegt". Der LHO warnte, im Saarland seien die Unternehmen zu einem Tarifabschluss gedrängt worden, "der über ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten liegt". Die ersten Verkehrskonzessionen seien daher dort bereits zurückgegeben worden.

Die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq riet ihren Fahrgästen, nächste Woche auf aktuelle Informationen zu achten. "Gerade Eltern von Schulkindern, die auf den Bus angewiesen sind, sollten die Informationen aufmerksam verfolgen, damit ihre Kinder morgens nicht vergeblich an der Bushaltestelle stehen", ergänzte das Unternehmen.

Am 1. November waren bei einem eintägigen Warnstreik bereits viele Hessen nicht mit dem Bus an ihr Ziel gekommen. An diesem Tag hatten laut Verdi rund 3000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, in den großen hessischen Städten Hanau, Gießen, Darmstadt, Offenbach, Kassel und Frankfurt blieben die Busse im Depot.

Forderung und Angebot lagen weit auseinander. Die Arbeitgeber hatten nach früheren eigenen Angaben zunächst ein Gesamtvolumen von rund zwölf Prozent über einen Zeitraum von vier Jahren angeboten. Verdi verlangt kräftige Lohnsteigerungen sowie mehr bezahlte Pausen und Urlaub. Laut LHO entspricht das einem Gesamtvolumen von 40 Prozent.

dpa

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