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Wirtschaft Sparkassen steigern Gewinn trotz des Zinstiefs
Mehr Hessen Wirtschaft Sparkassen steigern Gewinn trotz des Zinstiefs
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13:22 28.02.2020
Gerhard Grandke, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen. Quelle: picture alliance / dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Die Sparkassen in Hessen und Thüringen haben weiterhin mit dem Zinstief zu kämpfen - auch wenn der Gewinn 2019 entgegen der Erwartungen gestiegen ist. "Auf der Ertragsseite unserer Sparkassen wird der Druck auf das Zinsergebnis hoch bleiben", sagte der geschäftsführende Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen, Gerhard Grandke, am Freitag in Frankfurt. "Die kommenden Jahre werden mit Sicherheit nicht leichter werden."

Im vergangenen Jahr verdienten die unverändert 49 Sparkassen in den beiden Bundesländern mehr als 2018. Dank Erlösen aus der positiven Entwicklung des Wertpapierbestandes und einem kräftig gestiegenen Provisionsüberschuss konnten die öffentlich-rechtlichen Institute Einbußen aus dem Zinstief abfedern. Unter dem Strich stieg der Gewinn daher zum Vorjahr um ein Viertel auf rund 311 Millionen Euro.

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Das operative Ergebnis lag nach vorläufigen Zahlen mit gut 900 Millionen Euro allerdings um rund 69 Millionen unter dem Vorjahreswert. Grandke bezeichnete dieses Ergebnis angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen als "ordentlich". Es gebe den Instituten genügend Raum, die Kapitalpolster zu stärken, damit sie "genügend Wasser unter dem Kiel haben". Der Verband erwartet auch im laufenden Jahr wieder ein "auskömmliches Ergebnis" der Institute.

Die regional verwurzelten Sparkassen sind unter anderem als Kreditgeber gefragt. 2019 nahm der Kreditbestand um rund 4,3 Milliarden Euro auf gut 79,1 Milliarden Euro zu. Der Zuwachs lag dreimal so hoch wie ein Jahr zuvor - vor allem dank großer Nachfrage von Firmenkunden, aber auch nach privater Baufinanzierung.

Die Kundeneinlagen bei den Sparkassen in Hessen (33 Institute) und Thüringen (16) erhöhten sich trotz mickriger Sparzinsen binnen Jahresfrist um zusammen gut 4,2 Milliarden Euro auf 104,4 Milliarden Euro. Fast drei Viertel davon sind täglich fällige Gelder, die Kunden kurzfristig umschichten können.

Mit Kunden, die hohe sechs- oder gar siebenstellige Summen auf ihrem Konto halten, besprechen die Institute nach Kenntnissen des Verbandes individuell alternative Anlagemöglichkeiten. Denn wenn Banken und Sparkassen überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken, müssen sie darauf 0,5 Prozent Zinsen zahlen. Die Kosten für diese Negativzinsen gibt die Branche schon seit längerer Zeit an Firmenkunden weiter - und zunehmend an reiche Privatkunden. Auch Neukunden müssen bei mancher Bank inzwischen mit einem sogenannten Verwahrentgelt rechnen.

dpa

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