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Wirtschaft Sektlaune bei Henkell Freixenet
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13:29 28.04.2022
Sektflaschen werden in der Produktion in der Henkell & Co. Sektkellerei transportiert.
Sektflaschen werden in der Produktion in der Henkell & Co. Sektkellerei transportiert. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden

Sektlaune bei Henkell Freixenet: Das Unternehmen profitiert im Jahr 2021 von der weltweiten Belebung der Gastronomie sowie einer gestiegenen Nachfrage nach hochwertigem Champagner, Sekt und Prosecco. Mit rund 1,3 Milliarden Euro sei ein Rekordumsatz erzielt worden, sagte Andreas Brokemper, Vorsitzender der Geschäftsführung, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Wiesbaden. Die Erlöse lägen mit dem Anstieg um elf Prozent im Jahresvergleich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

"Wir konnten praktisch in allen Regionen wachsen", sagte der Manager. Die Verbraucher hätten nicht mehr, aber hochwertiger konsumiert und sich beim Kauf mehr für Premiummarken entschieden. Diese Entwicklung habe sich im vergangenen Jahr nicht nur in Deutschland, sondern weltweit gezeigt. In südeuropäischen Märkten wie Spanien, die zuvor besonders stark unter den Einschränkungen in der Corona-Pandemie gelitten hatten, gebe es zudem eine spürbare Erholung.

Neben einem deutlichen Absatzplus bei Champagner, Prosecco, Crémant und Sekt sei die Nachfrage nach Rosé-Produkten insgesamt angezogen, berichtete Brokemper. Die Verbraucher würden sich zudem vermehrt für Schaumweine ohne Alkohol entscheiden. Auch gebe es zunehmend "eine Art Aperetivo-Kultur", die auch mit der Corona-Pandemie zusammenhänge.

Der Schaumweinumsatz legte nach Angaben des Managers um über 15 Prozent auf 843 Millionen Euro zu. Beim Weinsegment verzeichnete das Unternehmen ein Plus von 1,4 Prozent auf 226 Millionen und beim Spirituosenumsatz einen Zuwachs um 5,6 Prozent auf 232 Millionen Euro. Ohne Sektsteuer beliefen sich die Erlöse insgesamt auf knapp 1,1 Milliarden Euro (plus 11,9 Prozent).

Zur Höhe des Gewinns macht Henkell Freixenet traditionell keine detaillierten Angaben. Brokemper sprach von einer positiven Entwicklung. Das Unternehmen habe aber durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die damit einsetzenden Preissteigerungen auch hohe Ausgaben gehabt.

Deutschland, Österreich und die Schweiz präsentierten sich als umsatzstärkste Region der Gruppe. Freixenet sei mit einem weltweiten Absatz von erstmals über 100 Millionen Flaschen die mit Abstand stärkste Marke im vergangenen Jahr gewesen. Die meistexportierte Sektmarke Henkell sei zweistellig auf fast 13 Millionen Flaschen gewachsen.

Eine verlässliche Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2022 sei wegen des Kriegs in der Ukraine und der anhaltenden Unsicherheiten wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung. "Es gibt keinen Grund zu übertriebenem Optimismus für dieses Jahr."

Der Krieg verursache Preissteigerungen und Versorgungsengpässe. Entscheidend werde die Beherrschung der gesamten Lieferkette vom Trauben-, Wein-, Hüll- und Packguteinkauf bis hin zur Auslieferung an die weltweiten Kunden sein. An Preiserhöhungen für Produkte von Henkell Freixenet führe kein Weg vorbei, damit das Unternehmen die massiv gestiegenen Kosten verkrafte.

Nach der Übernahme des spanischen Anbieters Freixenet gilt die Sektkellerei als weltweiter Marktführer für Schaumwein bei Absatz und Umsatz. In Deutschland gilt die Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm mit Sitz in Freyburg in Sachsen-Anhalt als Nummer eins.

© dpa-infocom, dpa:220428-99-79506/2

dpa