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Wirtschaft Pandemie verändert Arbeit von Gebäudereinigern
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05:55 06.10.2020
Eine Gebäudereinigerin wischt einen Flur. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Die Corona-Pandemie wirbelt auch die Geschäfte von Hessens Gebäudereinigern durcheinander. Die Unternehmen müssten teilweise auf eine stark veränderte Nachfrage reagieren, sagte Guido Hahn, Sprecher der Landesinnung Hessen des Gebäudereiniger-Handwerks: "Es gibt Kunden, da haben sich die Aufträge erhöht." In anderen Bereichen lasse die Zunahme von Home-Office Aufträge wegbrechen.

Ein direkter Effekt der Pandemie ist laut der Innung die boomende Nachfrage nach Desinfektionslehrgängen. Zwar sei diese Ausbildung in den wenigsten Fällen wirklich erforderlich. Kunden wollten aber derartige Fachkenntnisse nachgewiesen haben.

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Die Gebäudereiniger sind mit 150 000 Beschäftigten in Hessen das Handwerk mit den meisten Jobs. 300 Betriebe vertritt die Innung. Für die Branche habe die Corona-Krise zunächst einen Auftragseinbruch bedeutet. Durch den Lockdown wurden Geschäfte geschlossen. Firmen schickten ihre Mitarbeiter an Heimarbeitsplätze.

Dann sei die Nachfrage plötzlich stark gestiegen: Hotels und Kaufhäuser öffneten. Flächen, mit denen Menschen Kontakt haben, sollten auf Kundenwunsch öfter gereinigt werden. Besonders die Glas- und Sonderreiniger - letztere bieten Leistung über die reguläre Gebäudereinigung hinaus - hätten stark profitiert. "Die hatten Probleme, bei den Zusatzaufträgen überhaupt hinterher zu kommen." Die klassischen Reinigungskräfte hätten dagegen oft weniger Arbeit als vor der Pandemie - je nachdem, wie stark ihre Kunden von der Krise betroffen sind.

Von einem flächendeckende Mangel an Putzkräften kann laut dem Gebäudereiniger-Handwerk trotz Corona-Pandemie keine Rede sein. Allerdings zieht der Arbeitsmarkt dieser Branche an. Laut der Arbeitsagentur Hessen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Reinigungsbranche im September zum zweiten Mal in Folge leicht gestiegen. Gab es im vergangenen Jahr um diese Zeit rund 1200 offene, gemeldete Stellen, waren es nun 780.

Grundsätzlich sei eine Trendwende zu erkennen, sagt Hahn: Jahrelang sei der Reinigungsturnus in Gebäuden zurückgefahren worden. "Jetzt haben wir den Punkt, an dem Kunden sagen: Wir wollen, dass täglich jemand da ist." Bei einem Infektionsverdacht werde oft sofort eine Reinigungskraft angefordert. Die Reinigungsbetriebe müssten daher flexibel sein.

Vorangetrieben werden sollte aus Sicht der Innung die sogenannte Tagesreinigung - die Reinigungskraft kommt dabei nicht mehr vor Dienstbeginn oder nach Feierabend zum Arbeitsplatz des Kunden. "Tagesreinigungskräfte sind dann da, wenn unsere Kunden auch da sind", sagt Hahn. Das sei vor der Pandemie nicht sonderlich stark nachgefragt gewesen, erlaube aber eine sofortige Reaktion auf Kundenwünsche und erleichtere der Branche die Nachwuchsgewinnung durch bessere Arbeitszeiten.

dpa