Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Nassauische Heimstätte kommt Mietern in Krise entgegen
Mehr Hessen Wirtschaft Nassauische Heimstätte kommt Mietern in Krise entgegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:52 30.07.2020
Tarek Al-Wazir (Die Grünen), Wirtschaftsminister von Hessen, mit Mundschutz. Quelle: Boris Roessler/dpa/Archivbild
Anzeige
Wiesbaden

Die landeseigene Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätte will ihren Mietern in der Corona-Krise zur Seite stehen. Auf Kündigungen und Räumungen, die im Zusammenhang mit der Pandemie stehen, werde verzichtet, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Wiesbaden mit. "Sollten Mieter ihre Wohnung bereits gekündigt haben und wegen Corona nicht umziehen können, dürfen sie in ihren Wohnungen bleiben, sofern diese nicht bereits neu vermietet sind."

Alle noch nicht ausgesprochenen Mieterhöhungen würden auf das erste Quartal 2021 verschoben, kündigte die Nassauische Heimstätte an. Könne ein Mieter wegen der aktuellen Situation seine Miete nicht fristgerecht zahlen, werde nach individuellen Lösungen gesucht. Gewerbliche Mieter in Zahlungsschwierigkeiten hätten die Möglichkeit, die Miete gegen Nachweis des Verdienstausfalls zunächst für einen Monat erlassen zu bekommen.

Anzeige

"Niemand muss wegen Corona um sein Zuhause fürchten oder sein Geschäft aufgeben", erklärte Geschäftsführer Constantin Westphal. Die größte Wohnungsbaugesellschaft des Landes hat rund 59 000 Mietwohnungen in 128 Städten und Gemeinden in Hessen sowie rund 750 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt (NHW) nach eigenen Angaben einen Konzerngewinn von knapp 51 Millionen Euro.

Nach den Worten von Hessens Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir (Grüne) profitierten im zurückliegenden Jahr 48 Prozent aller NHW-Mieter, für die eine Mieterhöhung anstand, von einer neuen Regelung. Demnach wird die Mietanhebung für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen auf maximal ein Prozent pro Jahr begrenzt.

Die Nassauische Heimstätte sei 2019 ihrem Ziel, den Wohnungsbestand auf 75 000 Einheiten aufzustocken, ein großes Stück näher gekommen, erklärte Geschäftsführer Westphal. Etwa mit dem größten Bestandsankauf in der jüngeren Unternehmensgeschichte: Im Lahn-Dill-Kreis erwarb die Gesellschaft rund 1000 Wohnungen, die meisten davon in Wetzlar. Weitere Wohnungen kaufte die NHW unter anderem in Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach und Kassel.

Das Jahr 2019 sei zudem stark von Neubauaktivitäten geprägt gewesen, teilte das Unternehmen mit. 3250 Wohnungen hätten sich in Bau und Planung befunden, 900 mehr als im Vorjahr. 147 Wohneinheiten seien im zurückliegenden Jahr fertig geworden, in diesem Jahr bereits 250.

dpa