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Wirtschaft Nackte Existenzangst bei Reisebüros: Demonstration am Römer
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16:53 13.05.2020
Eine Frau mit Safarihut und einer Vuvuzela steht bei einer Demonstration am Römer. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
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Frankfurt/Main

Die Politik habe bislang kein Verständnis dafür entwickelt, dass die Reisebranche in der Corona-Krise am härtesten getroffen worden sei, sagte Kolb am Mittwoch auf dem Frankfurter Römerberg. "Wir müssen nicht nur auf das laufende Geschäft verzichten, sondern verlieren auch noch unsere Gewinne des zurückliegenden Jahres." Es drohe eine gewaltige Insolvenzwelle bei den Reisebüros.

Am Römer hatten sich knapp 50 Demonstranten versammelt, die genau auf die Abstandsregeln achteten. Auch in Kassel, Wiesbaden und Gießen waren Aktionen geplant.

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Die Dienstleister sehen sich in der Klemme zwischen den berechtigten Rückforderungen ihrer Kunden und den fehlenden Rückzahlungen von Hotels und Fluggesellschaften. "Wenn man das den Kunden erklärt, sind die meisten sehr verständnisvoll", berichtete Kolb. Manche hätten allerdings auch gleich mit dem Anwalt gedroht.

Die ausgezahlten staatlichen Soforthilfen dürften ausschließlich für Betriebsausgaben aufgewendet werden, berichtet der Reisekaufmann. "Meinen Lebensunterhalt bestreite ich inzwischen mit Hartz IV." Wenn es nicht ganz schnell Hilfe gebe, werde sich das auch lange Zeit nicht mehr ändern.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) zeigte bei der Kundgebung vor der Staatskanzlei in Wiesbaden Verständnis für die Reisebranche. Die Situation sei ernst und es sei ein Anliegen der Landesregierung, dass möglichst viele die Krise überstehen. Die Soforthilfe habe viele Betriebe unterstützt. "Alle Umsatzausfälle aber konnten und können nicht aufgefangen werden. Die heute beschlossenen, schrittweisen Grenzöffnungen sind eine gute Nachricht für den Tourismus", so der Minister.

dpa

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