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Wirtschaft Deutsche Bank stockt nach Milliardengewinn Boni auf
Mehr Hessen Wirtschaft Deutsche Bank stockt nach Milliardengewinn Boni auf
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14:52 11.03.2022
Das Logo der Deutschen Bank.
Das Logo der Deutschen Bank. Quelle: Silas Stein/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Nach dem besten Jahresergebnis seit 2011 schüttet die Deutsche Bank wieder mehr Boni an ihre Vorstände und Mitarbeiter aus. Der Topf für die variable Vergütung der Mitarbeiter für das Geschäftsjahr 2021 enthält mit 2,1 Milliarden Euro 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Frankfurter Dax-Konzern am Freitag anlässlich der Veröffentlichung seines Geschäftsberichts mitteilte.

Der Vorstand um Konzernchef Christian Sewing bekommt deutlich mehr: Die Manager und Managerinnen kommen zusammen auf eine Gesamtvergütung - also Grundgehalt plus variable Vergütung - von rund 66,5 Millionen Euro. Der Vorstand hat zehn Mitglieder, die Summe verteilt sich aber auf elf Köpfe, weil es im Jahresverlauf einen personellen Wechsel gegeben hatte.

Ein Jahr zuvor hatte der Vorstand insgesamt 50 Millionen Euro Vergütung erhalten. Wegen der Belastungen durch die Corona-Pandemie hatte das Führungsgremium für 2020 auf ein Zwölftel seiner Jahresvergütung verzichtet. Bei einer Vollauszahlung von Gehalt und Boni hätte die Summe in dem Jahr um 4,6 Millionen Euro höher gelegen.

Sewings Gesamtvergütung stieg binnen Jahresfrist von rund 7,4 Millionen Euro auf gut 8,8 Millionen Euro. Deutsche-Bank-Vize-Chef Karl von Rohr kommt auf gut 7,1 Millionen Euro nach rund 5,9 Millionen Euro im Jahr 2020. Ein Teil dieser Summen wird erst mit Zeitverzug abhängig vom Geschäftserfolg ausgezahlt.

Inklusive der Vorstände erhalten 520 Mitarbeiter der Deutschen Bank Gesamtbezüge über eine Million Euro, mindestens 4 davon kassieren mehr als Konzernchef Sewing. Die höchste Dotierung liegt zwischen zehn Millionen und elf Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank das beste Jahresergebnis seit 2011 erzielt. Nach Steuern standen 2,5 Milliarden Euro in der Bilanz und damit mehr als vier Mal so viel wie im ersten Jahr der Corona-Pandemie. Nach Abzug von Zinszahlungen an die Inhaber eigenkapitalähnlicher Anleihen verblieben im Geschäftsjahr 2021 gut 1,9 Milliarden Euro.

Die gesamten Boni im Deutsche-Bank-Konzern verteilen sich insgesamt auf weniger Beschäftigte: Die Zahl der Vollzeitstellen sank binnen Jahresfrist von 84 659 auf 82 969.

Auch bei der Deutschen-Bank-Tochter DWS verdient der Vorstand dank des zuletzt brummenden Fondsgeschäft bestens: DWS-Chef Asoka Wöhrmann erhält für das Geschäftsjahr 2021 eine Gesamtvergütung von knapp unter sieben Millionen Euro. Das ist fast die Hälfte der gesamten Vergütung das sechsköpfigen Vorstands in Höhe von gut 15,6 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor kam der DWS-Vorstand insgesamt auf gut 13 Millionen Euro Vergütung, Wöhrmann erhielt für 2020 etwas mehr als 6 Millionen Euro. Auch bei der DWS sind in diesen Summen Anteile enthalten, die erst mit Zeitverzug abhängig vom Geschäftserfolg ausgezahlt werden.

© dpa-infocom, dpa:220311-99-475756/4

dpa