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Wirtschaft Metall- und Elektroindustrie rechnet mit weiterem Jobabbau
Mehr Hessen Wirtschaft Metall- und Elektroindustrie rechnet mit weiterem Jobabbau
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12:19 09.12.2020
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Frankfurt/Main

Man sei sehr dankbar für die erweiterten Möglichkeiten der Kurzarbeit, erklärte Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert am Mittwoch bei der Vorstellung der Herbstumfrage des Verbandes in Frankfurt. Nun müsse aber jedes Unternehmen für sich schauen, ob es dauerhaft noch so viele Arbeitskräfte benötige wie vor der Krise.

Ende September waren in der Branche in Hessen noch gut 208 000 Menschen beschäftigt, bereits rund 12 000 weniger als in der Hochphase im September 2018. Dieser Abbau habe aber im wesentlichen schon vor der Pandemie stattgefunden und hänge eng mit strukturellen Veränderungen in der Auto- und Zulieferindustrie zusammen.

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Die Unternehmen mussten Hessenmetall zufolge in den ersten drei Quartalen dieses Jahres einen Umsatzrückgang von rund 9 Milliarden Euro verkraften. Selbst wenn im Schlussquartal die Vorjahreswerte erreicht würden, bliebe ein Umsatzverlust von mindestens 6 Milliarden Euro übrig, erklärte Pollert. 2019 hatte die Branche im Bundesland einen Umsatz von rund 68 Milliarden Euro erzielt.

Entsprechend düster fällt die Stimmung unter den 152 Mitgliedsbetrieben mit rund 41 000 Beschäftigten aus, die an der Herbstumfrage des Verbandes teilgenommen haben. Ihre allgemeine Geschäftslage beurteilen 37 Prozent als schlecht, nur noch 17 Prozent als gut. Für das nächste halbe Jahr erwarten 85 Prozent keine Verbesserung. Auch zur Hebung der Investitionskraft fordert der Verband von der Politik eine Kostenentlastung, modernere Arbeitszeitregeln und erweiterte Möglichkeiten, aktuelle Verluste auf vorherige Steuerjahre zu übertragen. Bei den anstehenden Tarifverhandlungen mit der IG Metall dürfe es keine weiteren Belastungen geben, erklärte Pollert.

dpa