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Wirtschaft Messen Frankfurt und Hamburg mit Nordstil wieder an Deck
Mehr Hessen Wirtschaft Messen Frankfurt und Hamburg mit Nordstil wieder an Deck
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16:52 05.09.2020
Besucher der Konsumgütermesse «Nordstil» begutachten die ausgestellten Waren an den Ständen. Quelle: Axel Heimken/dpa
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Hamburg

Erstmals seit Aufhebung des Corona-Lockdowns hat die Messe Hamburg am Samstag wieder für eine Schau ihre Tore geöffnet. Die von der Messe Frankfurt in der Hansestadt veranstaltete Nordstil präsentiert bis Montag einem Fachpublikum aus dem deutschen, niederländischen und skandinavischen Einzelhandel Lifestyleprodukte und Wohnaccessoires.

Für den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, Bernd Aufderheide, ist die Schau ein Aufbruchsignal. Die letzten Monate seien frustrierend gewesen. "Wir leben von vollen Hallen, als Messemenschen lieben wir Menschen. Und dann zu sehen, die Hallen sind leer, das ist schon echt traurig."

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Auch für die Messe Frankfurt sei es die erste Schau nach monatelangem Shutdown in Deutschland, sagte Messechef Detlef Braun. Und sie zeige, dass Corona im Bereich Konsumgüter keinen allzu großen Kollateralschaden hinterlassen habe. "Ganz im Gegenteil, die Branche profitiert momentan von dem ganzen Homeing und dem ganzen Trend", sagte Braun.

Der Hamburger Aussteller Ramin Mossapour bestätigte das. 40 Prozent Umsatzzuwachs habe er in der Corona-Zeiten verzeichnet, und das ohne Onlinegeschäft. Nicht nur die Konsumenten hätten die Zeit zum Einrichten und Umdekorieren genutzt, auch die Hotels. Dennoch seien die Messen für ihn sehr wichtig. "Die Kunden wollen kommen, sich die Sachen ansehen und auch wissen, wie sie sich anfühlen."

Für die Messe Frankfurt sei Corona eine Zäsur gewesen, sagte Braun. "Bei uns hat das ganze vor exakt sieben Monaten begonnen, bei der Ambiente. Da kamen die ersten Anzeichen: Wir hatten 35 000 asiatische Einkäufer weniger." Und dann kam der totale Shutdown.

Insofern sei die Nordstil die erste Messe, die wieder ein bisschen Geld in die Kasse bringe, sagte Messe Frankfurt-Geschäftsleiter Stephan Kurzawski. Die Umsatzeinbußen lägen coronabedingt in diesem Jahr bereits bei rund 300 Millionen Euro.

Braun sieht bei den Menschen mittlerweile "eine enorme Sehnsucht nach persönlichen Begegnungen." Auf der anderen Seite gebe es aber Verunsicherung und auch Angst, weshalb viele Messen weiter vorschoben worden seien. "Wir hoffen, dass das 2021 wieder wesentlich besser werden wird." Auch Auferheide hofft auf die Zukunft, dämpft aber die Erwartungen. "Insgesamt wird man sicherlich noch etwas länger warten müssen, bis wir wieder auf dem Level sind, auf dem wir vor Corona waren."

Für die Nordstil gelten wegen der Corona-Pandemie besondere Sicherheitsvorkehrungen. "Wir sind verpflichtet, breitere Gänge einzurichten. Dort, wo es schmalere Gänge gibt, ist Einbahnstraßenverkehr", sagte Veranstalter Philipp Ferger. Außerdem herrscht Maskenpflicht. Alle Besucher würden vorab registriert und ihre Zahl auch beschränkt. "Das gewährleisten wir, indem wir nur Online-Tickets vorab verkaufen." Auch gebe es in diesem Jahr kein Rahmenprogramm und keine Sonderschauen. "Wir konzentrieren uns wirklich darauf, den Ausstellern hier die Plattform bieten zu können."

Kamen im letzten Sommer zur Nordstil noch rund 750 Aussteller in sieben Hamburger Hallen, ist es im Corona-Jahr nicht einmal die Hälfte. "Wir haben drei Hallen und 300 Aussteller", sagte Ferger. Allerdings habe man die Veranstaltung wegen der lange unklaren Lage auch nur "in ungefähr zwölf Wochen vermarktet und aufgeplant". Der Kartenverkauf sehe aber gut aus, sagte er, ohne Details zu nennen. "Abgerechnet wird zum Schluss."

dpa