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Wirtschaft Merck übernimmt Halbleiterzulieferer Versum
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16:52 12.04.2019
Der Schriftzug des Pharma- und Chemiekonzerns Merck steht auf einem Schild vor einem Gebäude am Stammwerk. Quelle: Arne Dedert/Archiv
Darmstadt/Tempe

Der Darmstädter Merck-Konzern hat sich im milliardenschweren Bieterrennen um den US-Halbleiterzulieferer Versum durchgesetzt. Das Management der beiden Unternehmen habe sich auf die Übernahme für 53 Dollar je Versum-Aktie geeinigt und einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, teilte Merck am Freitag mit. Damit stach der Dax-Konzern mit seiner jüngst aufgestockten Offerte den US-Spezialchemiekonzerns Entegris aus, der ursprünglich den Hersteller von Spezialgasen und -chemikalien kaufen wollte.

Mit dem Vertrag wird Versum mit 6,5 Milliarden Dollar inklusive Schulden oder umgerechnet fast 5,8 Milliarden Euro bewertet. Die Darmstädter wollen mit der Übernahme ihr Spezialchemiegeschäft stärken, das bei Flüssigkristallen etwa für Smartphone-Displays unter asiatischer Konkurrenz leidet. Dass dort die einst unangefochtene Stellung von Merck bröckelt, gilt als größte Baustelle im Konzern.

Das kombinierte Geschäft von Merck und Versum schaffe einen führenden Anbieter von Elektronikmaterialien für die Halbleiter- und Displayindustrie, erklärte Merck. Das Unternehmen sei damit optimal positioniert, "um von den langfristigen Wachstumstrends" in der Branche zu profitieren, sagte Vorstandschef Stefan Oschmann.

Der Deal soll laut der Angaben in der zweiten Jahreshälfte in trockenen Tüchern sein. Die Versum-Aktionäre müssen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 26. April dem Deal formal noch absegnen. Zudem bedarf die Übernahme der Zustimmung der Kartellbehörden. Merck-Aktien gaben am Freitag um 2,4 Prozent nach, da Anleger nach dem jüngsten Anstieg Gewinne mitnahmen.

Merck erwartet mit dem Zukauf auch Einsparungen: Im dritten vollen Jahr nach Abschluss sollen erstmals jährliche Synergien von 75 Millionen Dollar erzielt werden, hieß es. Die Profitabilität gemessen am bereinigten Betriebsgewinn je Aktie werde unmittelbar steigen, nach drei Jahren werde dann auch der Gewinn je Aktie zulegen.

Zuvor hatte sich Merck ein Bieterrennen mit Entegris geliefert, der sich schon im Januar auf eine rund vier Milliarden Dollar schwere Übernahme von Versum in Aktien geeinigt hatte. Die Deutschen gingen mit einem Angebot von knapp sechs Milliarden Dollar in bar dazwischen und stießen zunächst auf Ablehnung. Daraufhin wagte Merck einen feindlichen Übernahmeversuch und brachte die Amerikaner mit einer Aufstockung der Offerte um 545 Millionen Dollar zum Einlenken.

Bei zwei Treffen in München und New York konnte Merck-Chef Oschmann Versum-Chairman Seifi Ghasemi überzeugen. Versum kündigte daraufhin seinen Fusionsvertrag mit Entegris gegen Entschädigung von 140 Millionen Dollar. Entegris seinerseits verzichtete darauf nachzulegen.

Versum mit Sitz in Tempe (Arizona) hat 2300 Mitarbeiter und erzielte 2018 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar. In den vergangen Jahren stieg der Erlös laut der Angaben kräftig um je mehr als zehn Prozent. Die Amerikaner begrüßten den Deal: "Durch die Kombination unserer Geschäfte werden sich Größenvorteile, eine Erhöhung von Produkt- und Dienstleistungstiefen, eine erweiterte globale Präsenz und eine optimierte Lieferkette ergeben", erklärte Ghasemi.

dpa

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