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Wirtschaft Lufthansa: Union Investment gegen zu großen Staatseinfluss
Mehr Hessen Wirtschaft Lufthansa: Union Investment gegen zu großen Staatseinfluss
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10:51 04.05.2020
Lufthansa-Flugzeuge stehen auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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Berlin/Frankfurt

In den Verhandlungen mit der Bundesregierung über Staatshilfen dürfe Lufthansa-Chef Carsten Spohr den Bogen aber nicht überspannen, warnte Portfolio-Manager Michael Gierse vor der für Dienstag geplanten Hauptversammlung des Dax-Konzerns.

"Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer. (...) Wenn die Politik sich ins Geschäft einmischt, sehen wir das Risiko einer überdimensionierten Infrastruktur, die nicht ausreichend an die neue Normalität angepasst wird", erklärte der Investoren-Vertreter am Montag in Frankfurt. Die Corona-Krise biete einer verkleinerten Lufthansa auch Chancen, eine modernere Flotte zu betreiben und den Ausstoß klimaschädlicher Abgase deutlich zu senken.

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Im Namen der Anteilseigner verlangt die Union Investment eine einfachere Unternehmensstruktur und eine klare Ausrichtung auf das Premium-Segment. "Und Gedankenspiele über Zukäufe schwieriger Sanierungsfälle wie Alitalia verbieten sich nach der Krise von selbst!", erklärte Gierse. Das Krisenmanagement des Unternehmens lobte er ausdrücklich.

Der Lufthansa-Konzern ist von der Corona-Krise schwer getroffen und hat seinen Flugbetrieb auf ein Minimum reduziert. Mit den Heimatstaaten seiner Fluglinien verhandelt das Unternehmen über staatliche Beihilfen. In Deutschland steht ein Paket von rund 10 Milliarden Euro in der Diskussion. Dem Vernehmen nach ist neben einer stillen, verzinsten Einlage des Bundes auch eine direkte Beteiligung des Staats geplant. An diesem Montag beraten Vorstand und Aufsichtsrat der Lufthansa die Lage.

dpa

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