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Wirtschaft Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt: Weniger Arbeitslose
Mehr Hessen Wirtschaft Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt: Weniger Arbeitslose
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12:52 31.03.2021
Eine Frau betrachtet in der Arbeitsagentur aktuelle Stellenangebote.
Eine Frau betrachtet in der Arbeitsagentur aktuelle Stellenangebote. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist trotz des Corona-Lockdowns zum zweiten Mal in Folge in diesem Jahr gesunken. Insgesamt wurden im März 191 225 arbeitslose Frauen und Männer registriert, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Frankfurt berichtete. Das waren 6641 weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,5 Prozent. Allerdings hatte es vor einem Jahr und damit zu Beginn der Corona-Krise noch rund 37 600 Arbeitslose weniger gegeben. Die Quote hatte damals 4,5 Prozent betragen.

"Obwohl die Fachkräftenachfrage noch lange nicht das Niveau des Vorjahres-Quartals erreicht hat, kommt wieder etwas mehr Bewegung in den hessischen Arbeitsmarkt", erläuterte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. Im März nahmen demnach mehr Menschen eine Beschäftigung an als aus einem Job heraus arbeitslos wurden. Der Stichtag für die aktuelle Erhebung war der 11. März.

Der jahreszeitlich bedingte Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Vormonat betraf fast alle betrachteten Personengruppen. Bei den Langzeitarbeitslosen gab es dagegen einen Anstieg um 1,4 Prozent gegenüber Februar.

Jobverluste gab es der Arbeitsagentur zufolge im März vor allem in der Gastronomie, bei Leiharbeitsfirmen, in der Industrie und bei industrienahen Dienstleistern. Mehr Beschäftigte als im Vorjahresmonat wurden unter anderem in der Land-und Forstwirtschaft, der Öffentlichen Verwaltung, im Baugewerbe und im Gesundheitswesen registriert.

Weiterhin schwierig bleibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen sank im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,3 Prozent. Die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen verringerte sich um 15,7 Prozent.

Der DGB Hessen-Thüringen beklagte den Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. "Wir müssen unbedingt verhindern, dass sich bei jungen Menschen Arbeitslosigkeit früh verfestigt", mahnte der stellvertretende Vorsitzende Sandro Witt. Für junge Menschen, die ihre Ausbildung abgeschlossen hätten, erhöhe sich die Gefahr, nicht übernommen zu werden, wenn es keine tarifvertraglichen Regelungen dazu gebe. "Es braucht für alle verbindliche Übernahmeregelungen", forderte Witt.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) sieht den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit mit Sorge. Inzwischen sei offiziell jeder dritte Arbeitslose länger als ein Jahr ohne Job. VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert forderte "eine neue Aktivierungsoffensive" von Jobcentern und Arbeitsagenturen in Hessen. Damit sollten wieder mehr Langzeitarbeitslose für den Arbeitsmarkt mobilisiert oder Langzeitarbeitslosigkeit am besten ganz verhindert werden.

© dpa-infocom, dpa:210330-99-31474/5

dpa