Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Rauer Empfang für Hinz bei Landwirtschaftlicher Woche
Mehr Hessen Wirtschaft Rauer Empfang für Hinz bei Landwirtschaftlicher Woche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:02 13.01.2020
Rund 40 Landwirte rollen mit ihren Traktoren zum Auftakt der Landwirtschaftlichen Woche. Quelle: Uwe Zucchi/dpa
Baunatal/Wiesbaden

Treckerdemo, Proteste und direkte Kritik - Hessens Bauern haben Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) auf der Landwirtschaftlichen Woche in Nordhessen einen rauen Empfang bereitet. Sie wendeten sich gegen die aktuelle Agrarpolitik, die wegen des Umweltschutzes oft zulasten der Landwirte gehe. "Wir sind Teil der Lösung und nicht des Problems", sagte Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes, am Montag in Baunatal.

Hinz ist auch für die Landwirtschaft in Hessen zuständig. Doch aus Sicht der Bauern liegt ihr Schwerpunkt anders: "Beim Umwelt- und Klimaschutz ist sie meist an der Spitze der Bewegung und plädiert für Verschärfungen", erklärte Schmal. Er forderte, dass Hinz den Landwirten mehr den Rücken stärke.

Die Bauern kritisierten vor allem die in Arbeit befindliche Verschärfung des Düngeverbotes. "Der wunde Punkt sind die sogenannten roten Gebiete und die dort geltenden Einschränkungen bei der Stickstoffdüngung", erklärte Schmal. Sie beträfen etwa ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche und müssten verringert werden. Eine pauschale Reduzierung der Düngung dort von 20 Prozent unter dem Pflanzenbedarf sei fachlich nicht zu begründen.

Zudem forderte Schmal den Abschuss von Wölfen in Hessen: "Für Mensch und Tier gefährliche und verhaltensauffällige Wölfe müssen konsequent und schnell entnommen werden." Die Raubtiere dürften keinen höheren Stellenwert haben als Schafe, Ziegen und Rinder.

"Es ist klar, dass der Wolf zurückkehrt und wir neu lernen müssen, mit ihm zu leben", sagte Hinz. Das Problem sei eher, dass Schaf- und Ziegenhalter generell für ihre Arbeit zu wenig Geld bekämen. Das Land werde sich für eine bundesweite Weidetierprämie einsetzen - oder sie in Eigenregie schaffen. In Sachen Düngeverordnung machte Hinz den Landwirten wenig Hoffnung: "Wir werden mit einer verschärften Düngeverordnung leben müssen." Nur so könne man hohe Strafzahlung an die EU abwenden.

Bei anderen Themen betonte die Ministerin Gesprächsbereitschaft, sagte aber: "Natürlich muss Politik manchmal trotzdem hinterher unangenehme Entscheidungen treffen und sie dann entsprechend verteidigen, auch gegenüber einem Berufsstand und einem Verband." Dabei ist die nächste Konfrontation zwischen Bauern und Politik schon in Sicht: Am Mittwoch (15. Januar) wollen laut Schmal Weidetierhalter in Wiesbaden gegen den Umgang mit Wölfen protestieren.

Die Landwirtschaftliche Woche findet noch bis Mittwoch in Baunatal statt. Dabei diskutieren Politiker, Bauern und Agrarexperten über Landwirtschaftsthemen.

dpa

Die Luft ist schlecht in manch hessischer Kommune. Mit umfassenden, millionenteuren Programmen soll die Gesundheitsgefahr an besonders belasteten Ecken gebannt werden. Die Problemstädte sehen sich auf einem guten Weg, einige müssen aber noch nacharbeiten.

13.01.2020

Der Darmstädter Batteriehersteller Akasol wird Hochleistungs-Batteriesysteme für 40 Wasserstoffzüge des Herstellers Alstom liefern. Nach einem Testlauf hätten die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen und der Rhein-Main-Verkehrsverbund bei Alstom insgesamt 40 dieser Züge bestellt, teilte das Unternehmen am Montag mit.

13.01.2020

Der Lufthansa-Konzern rechnet mit weiter steigenden Kosten für Flugbenzin. Für das laufende Jahr erwartet der Dax-Konzern trotz einer leichten Erhöhung des Angebots Kerosinkosten von 6,9 Milliarden Euro.

13.01.2020