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Wirtschaft Klimaschutz: Umwelthilfe verklagt auch Wintershall Dea
Mehr Hessen Wirtschaft Klimaschutz: Umwelthilfe verklagt auch Wintershall Dea
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12:42 05.10.2021
Blick auf die Zentrale der Wintershall Holding GmbH.
Blick auf die Zentrale der Wintershall Holding GmbH. Quelle: picture alliance / Uwe Zucchi/dpa/Archivbild
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Berlin

Wintershall soll ab 2026 keine neuen Öl- oder Gasfelder mehr eröffnen dürfen oder sich daran beteiligen. Die Klage wurde laut Umwelthilfe beim zuständigen Landgericht in Kassel eingereicht.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, kritisierte, Wintershall feuere mit jährlichen Treibhausgas-Emissionen von rund 80 Millionen Tonnen die Klimakrise an. Es seien verbindliche Reduzierungspfade nötig, mit denen die Klimaziele von Paris eingehalten werden könnten. Der Konzern betreibe nicht nur Öl- und Gasprojekte weltweit, sondern sei auch an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 beteiligt. Wintershall teilte mit, man werde sich die Klage genau anschauen, wenn sie vorliege.

Vor der Einreichung der Klage hatte die Umwelthilfe nach eigenen Angaben dem Konzern eine Frist gesetzt. Innerhalb derer sollte sich Wintershall zur Einhaltung eines Paris-kompatiblen CO2-Budgets verpflichten und spätestens ab 2026 keine neue Öl- oder Gasförderung mehr beginnen. Das Unternehmen habe dies abgelehnt.

Wintershall hatte sich bereits gegen juristischen Druck der Umwelthilfe gewehrt. Das Unternehmen unterstütze die CO2-Emissionsziele der EU, teilte die Firma vor zwei Wochen mit. "Mit unserem Erdgas leisten wir einen Beitrag zu mehr Klimaschutz, indem wir die Verstromung von Kohle durch klimaschonenderes Erdgas ersetzen und die Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas ermöglichen", hatte Konzernchef Mario Mehren erklärt.

Die Umwelthilfe hatte vor zwei Wochen bereits die BMW und Mercedes-Benz verklagt. Damit soll ein Ende von Diesel- und Benzin-Pkw ab 2030 erreicht werden.

Die Umwelthilfe sieht das Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts vom Frühjahr als Grundlage für die Klagen. Das Urteil besagt im Kern, dass auf dem Weg zum Ziel der Treibhausgasneutralität einschneidende Schritte zur Senkung von Emissionen nicht zulasten der jungen Generation auf die lange Bank geschoben werden dürfen.

© dpa-infocom, dpa:211005-99-482560/3

dpa