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Wirtschaft IG Metall Mitte will vier Prozent oder Teillohnausgleich
Mehr Hessen Wirtschaft IG Metall Mitte will vier Prozent oder Teillohnausgleich
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15:22 17.11.2020
Eine Fahne der Gewerkschaft IG-Metall. Quelle: picture alliance / dpa/Archivbild
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Frankfurt/Berlin

Sie folgten damit einer Empfehlung des Gewerkschaftsvorstands aus der vergangenen Woche.

Sollte in einzelnen Betrieben nicht ausreichend Arbeitsvolumen vorhanden sein, will die IG Metall mit Hilfe einer Viertagewoche die Arbeitszeit verkürzen. Die Entgeltsteigerung könnte dann für einen Teillohnausgleich genutzt werden. Die Viertagewoche biete auch Gelegenheit für Fortbildungen. Im Tarifgebiet Thüringen erwarte man zudem deutliche Signale in Richtung einer 35-Stunden-Woche, hieß es in einer in Frankfurt verbreiteten Mitteilung. In den östlichen Bundesländern beträgt die tarifliche Arbeitszeit derzeit 38 Stunden.

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Bezirkschef Jörg Köhlinger schwor die Tarifkommissionen auf eine sehr schwierige Tarifrunde ein. Das Ziel vieler Arbeitgeber, die Pandemie zum Arbeitsplatzabbau zu missbrauchen, sei eine Provokation für alle Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie und ein klares Zeichen, dass die Arbeitgeber in vielen Betrieben den Konflikt wollten. Auch für die junge Generation müssten Entgelt und Beschäftigung gesichert werden.

Der Arbeitgeberverband Hessenmetall reagierte erneut ablehnend auf die Vorstellungen. "In diesen unsicheren Zeiten die Unternehmen flächendeckend mit weiteren Kostensteigerungen durch nicht gerechtfertigte Lohnerhöhungen oder Teillohnausgleiche bei einer 4-Tage-Woche zu belasten, wird dem Charakter des Flächentarifs als Ort zur Regelung von Mindestarbeitsbedingungen nicht gerecht", erklärte Verhandlungsführer Oliver Barta. Das erhöhe nur den Druck auf die deutschen Standorte und gefährde die Arbeitsplätze.

Ähnliche Beschlüsse fassten am Dienstag bundesweit auch die Tarifkommissionen in den anderen IG-Metall-Regionen. Der Gewerkschaftsvorstand berät am 26. November die Forderung noch einmal abschließend, ohne dass noch große Änderungen erwartet würden. Erste Verhandlungen mit den Arbeitgebern soll es Mitte Dezember geben. Warnstreiks sind nach Ablauf der Friedenspflichten vom 1. März an möglich.

dpa