Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Hunderte Autofahrer ignorieren Fahrverbote in Darmstadt
Mehr Hessen Wirtschaft Hunderte Autofahrer ignorieren Fahrverbote in Darmstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:28 29.06.2019
Ein Auto fährt in der Hügelstraße in Darmstadt an einer Blitzersäule vorbei. Foto: Silas Stein
Darmstadt

Seit vier Wochen sind in Darmstadt wegen zu hoher Stickoxidbelastungen zwei Hauptverkehrsadern für viele Diesel und alte Benziner gesperrt - doch längst nicht jeder hält sich dran. Mehrere hundert Fahrer wurden wegen zu hohem Tempo in einer der beiden Straßen in der City geblitzt, die hier eigentlich gar nicht mehr fahren durften. "Bei bisher 5500 ausgewerteten Geschwindigkeitsverstößen in der Hügelstraße wurden auch 486 Verstöße gegen die Fahrverbote hinsichtlich der Schadstoffklasse festgestellt und geahndet", teilte die Stadt Darmstadt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Und das sind nur die Fahrer, die nicht nur unerlaubt auf der Straße unterwegs waren, sondern auch noch wegen zu hoher Geschwindigkeit geblitzt wurden. Rund 3000 weitere Fälle würden derzeit noch ausgewertet. "Das haben wir so nicht erwartet", sagte ein Sprecher der Stadt. Für den zweiten gesperrten Abschnitt in der Heinrichstraße gebe es bislang keine Zahlen. Die ertappten Fahrer müssen nun 108,50 zahlen, das Bußgeld für die zu hohe Geschwindigkeit kommt noch dazu.

Die beiden Hauptverkehrsstraßen in Darmstadt sind seit dem 1. Juni gesperrt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die schwarz-grüne Landesregierung hatten sich darauf geeinigt, einen 640 Meter langen Abschnitt der Hügelstraße und 330 Meter der Heinrichstraße für Dieselfahrzeuge bis Euronorm 5 und für Benziner bis Euronorm 2 zu sperren. Darmstadt war die dritte Stadt nach Stuttgart und Hamburg, in der bestimmte Straßen vor allem für alte Diesel tabu sind. Die Sperrungen sollen mindestens bis Ende des Jahres dauern.

In der südhessischen Stadt waren 2018 an Messstellen Jahresmittelwerte an der Hügelstraße von knapp 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Stickstoffdioxid und an der Heinrichstraße von rund 54 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen worden. In den Jahren davor lagen die Werte höher. Der EU-Grenzwert liegt bei einem Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Inwieweit sich die Belastungen seit den Sperrungen verändert haben, konnte die Stadt nach vier Wochen noch nicht einschätzen. "Hierzu ist der Beobachtungszeitraum seit Eintreten der Verkehrsbeschränkungen definitiv noch zu kurz."

Nach den jüngsten Zahlen des Umweltbundesamtes haben sich die Stickstoffdioxidbelastungen vielerorts in Hessen verbessert, liegen aber noch immer über dem europaweit geltendem Grenzwert. Darmstadt ist demzufolge die Stadt mit der höchsten Stickstoffdioxidbelastung in Hessen.

Die Umwelthilfe hat nach eigenen Angaben bundesweit mehr als 30 Städte wegen zu hoher Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase verklagt, darunter auch Städte in Hessen. Hier laufen unter anderem noch Klagen gegen Frankfurt und Offenbach. Für Wiesbaden sind Fahrverbote erst einmal vom Tisch.

dpa

Nach einer Verzögerung wegen des schwierigen Marktes hat Volkswagen nun seine Tochter Traton an die Börse gebracht. In Frankfurt und Stockholm werden die Papiere der Lastwagensparte gehandelt. Die ersten Zahlen hätten aus Konzernsicht aber sicher besser sein dürfen.

28.06.2019

Kein Geld am Bankautomaten, keine Kartenzahlung und eingeschränktes Online-Banking: Erneut hat eine technische Panne Commerzbank-Kunden zeitweise Probleme bereitet.

28.06.2019

Die Deutsche Bank wird im Zuge der Integration der Postbank rund 750 weitere Vollzeitstellen abbauen. "Gestern Abend haben Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Seite den Interessenausgleich für die Zentrale unserer Bank für Deutschland abgeschlossen", heißt es in einem am Freitag verbreiteten Schreiben von Privatkundenvorstand Frank Strauß an die Mitarbeiter der DB Privat- und Firmenkundenbank.

28.06.2019