Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Hessische Wirtschaft schrumpft
Mehr Hessen Wirtschaft Hessische Wirtschaft schrumpft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:32 24.09.2020
Anzeige
Wiesbaden

Die hessische Wirtschaft ist wegen der Auswirkungen der Coronapandemie im ersten Halbjahr deutlich geschrumpft - aber weniger stark als in anderen Bundesländern. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Wiesbaden auf der Grundlage vorläufiger Daten mitteilte. Damit sei die Entwicklung zwischen Januar und Ende Juni etwas günstiger verlaufen als im Schnitt aller Bundesländer (minus 6,6 Prozent).

Das Produzierende Gewerbe musste nach Angaben der Behörde das größte Minus verbuchen. Besonders stark von der Coronakrise seien auch einige Dienstleistungsbranchen wie das Gastgewerbe, die Luftfahrt und Reisebüros betroffen gewesen. Eine positive Entwicklung habe es dagegen im Baugewerbe gegeben. "Zum jetzigen Zeitpunkt liegen für etliche Branchen, insbesondere in den Dienstleistungsbereichen, noch keine länderspezifischen Daten vor", erläuterten die Statistiker. In diesen Fällen müsse die Entwicklung der Wertschöpfung auf der Basis der Deutschland-Daten geschätzt werden.

Anzeige

Der Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), Robert Lippmann, erklärte: "Hessens Wirtschaft stemmt sich mit aller Kraft gegen die historische Krise." Zwar sei das Bruttoinlandsprodukt im Krisenhalbjahr erwartungsgemäß stark zurückgegangen. "Die aktuellen Daten stimmen aber vorsichtig optimistisch", teilte Lippmann mit.

Um Hessens Wirtschaftskraft zu erhalten, dürften die Betriebe aber nicht zusätzlich belastet werden, forderte der HIHK-Geschäftsführer. Höhere Steuern und bürokratische Gesetzesvorhaben trügen nicht zur Erholung bei. "Das gilt insbesondere für die vielen exportstarken hessischen Betriebe. Sie können nur dann im Wettbewerb erfolgreich sein, wenn sie im Vergleich zu ihren internationalen Konkurrenten nicht mit deutlich höheren Steuer- oder Bürokratielasten konfrontiert sind."

Zudem müsse es gelingen, den besonders von der Pandemie betroffenen Betrieben, etwa aus den Bereichen Luftfahrt, Reisen, Messen, Veranstaltungen und Gastronomie, eine positive und verlässliche Perspektive zu geben, erklärte Lippmann.

dpa