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Wirtschaft Hessische Unternehmen spüren Auswirkungen des Coronavirus
Mehr Hessen Wirtschaft Hessische Unternehmen spüren Auswirkungen des Coronavirus
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17:05 06.03.2020
Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen), Wirtschaftsminister von Hessen, spricht im Landtag. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Gut die Hälfte der hessischen Unternehmen spürt einer aktuellen Umfrage zufolge wirtschaftliche Auswirkungen des neuartigen Coronavirus. Besonders betroffen sind Gastgewerbe, Reisewirtschaft, Industrie und Handel. Das geht aus den Antworten von mehr als 900 hessischen Unternehmen hervor, wie der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Das Virus trifft der Umfrage zufolge nicht nur Großbetriebe. 46 Prozent der hessischen Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten fühlen sich betroffen und fast zwei Drittel der Betriebe mit weniger als 200 Beschäftigten. Probleme bereiteten unter anderem Reiseeinschränkungen, die Unsicherheiten über künftige Geschäfte, eine nachlassende Nachfrage sowie fehlende Waren und Dienstleistungen. "Gerade für kleine und mittlere Unternehmen können diese Auswirkungen schnell zu einer existenziellen Gefahr werden", warnte HIHK-Präsident Eberhard Flammer.

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Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) warnte davor, dass die Angst vor dem Coronavirus womöglich wirtschaftlich schlimmere Folgen haben könnte als das Virus selbst. "Wir müssen die Situation ernst nehmen, zugleich aber überlegt vorgehen", teilte er auf Anfrage mit. "Noch wissen wir nicht, wie sich das Virus weiter ausbreitet und welche Folgen das tatsächlich haben wird." Auch in Hessen spürten einige Branchen die Auswirkungen - etwa unterbrochene Lieferketten, abgesagte Großveranstaltungen und verschobene Dienstreisen.

Besonders im Reise-, Hotel- und Gaststättengewerbe seien die Umsatzrückgänge deutlich zu sehen, erklärte Al-Wazir. Einige Unternehmen hätten bereits Kurzarbeit anmelden müssen. "Das beobachten wir sehr genau und stehen in Kontakt mit der hessischen Wirtschaft." Über die WiBank biete das Land Betrieben in Notfällen Förderkredite an, auch Bürgschaften seien möglich. "Letztlich geht es darum, dass die Unternehmen liquide bleiben, bis sich die Situation normalisiert hat", erläuterte der Minister.

Bei dem Krisentreffen der Länderkollegen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am kommenden Dienstag werde es aus hessischer Sicht vor allem darum gehen, sich auszutauschen und abhängig von der aktuellen Lage weitere Möglichkeiten zur Unterstützung der Unternehmen zu diskutieren.

dpa

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