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Wirtschaft Hessische Chemie erwartet wegen Corona-Krise schwere Zeiten
Mehr Hessen Wirtschaft Hessische Chemie erwartet wegen Corona-Krise schwere Zeiten
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13:10 29.10.2020
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Frankfurt/Main

Eine schnelle Rückkehr zum Vorkrisenniveau sei frühestens 2022 zu erwarten und auch nur, wenn es bis dahin keine schweren Rückschläge gebe, sagte der Vorstandsvorsitzende von HessenChemie, Oliver Coenenberg. Dabei sei die Lage in der Chemie schwieriger als in der Pharmaindustrie, die an Impfstoffen forsche und das Gesundheitssystem mit Arzneien versorge.

Der Gesamtumsatz der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Hessen lag im bisherigen Jahresverlauf demnach bei 17,9 Milliarden Euro - 2,7 Prozent unter Vorjahresniveau. Die Produktion sank um 2 Prozent. Die Beschäftigung blieb indes bei fast 60 000 Menschen noch stabil.

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Gerade die klassische Chemie, die Vorleistungsgüter für andere Branche herstellt und stark konjunkturabhängig ist, sei von der Corona-Krise schwer betroffen. Die Umsätze dort sanken bis August um 8,8 Prozent, die Produktion um 4,7 Prozent. Dagegen erwies sich die Pharmabranche mit einem Umsatz von 8,1 Milliarden Euro als Stabilitätsanker (+5,9 Prozent). Die Produktion stieg um 1,6 Prozent.

Laut einer Verbandsumfrage bewerten 65 Prozent der Branchenfirmen ihre aktuelle Lage schlechter als im Vorjahr. 58 Prozent erwarten für dieses Jahr eine fallende Produktion, 52 Prozent sinkende Erträge. Die Erwartungen für das kommende Jahr seien wieder besser. "Die Pandemie ist eine der größten Bewährungsproben, die wir bisher erlebt haben", sagte Jochen Reutter, Vorsitzender des Branchenverbands VCI Hessen. Die Chemie- und Pharmaindustrie ist eine der wichtigsten Branchen im Land und erzielte 2019 knapp 28 Milliarden Euro Umsatz.

dpa