Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Arbeitsmarkt im Februar trotz Corona stabil
Mehr Hessen Wirtschaft Arbeitsmarkt im Februar trotz Corona stabil
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:52 02.03.2021
Das Schild der Agentur für Arbeit.
Das Schild der Agentur für Arbeit. Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild
Anzeige
Frankfurt/Main

Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Februar trotz der Corona-Krise leicht gesunken. Die Arbeitsagenturen registrierten exakt 197 866 arbeitslose Männer und Frauen, wie die Regionaldirektion am Dienstag in Frankfurt berichtete. Das waren 1130 weniger als im Januar, was einer um 0,1 Punkte gesunkenen Quote von 5,7 Prozent entsprach. Die Auswirkungen der Pandemie werden erst mit dem Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich: Damals waren rund 40 000 Menschen weniger arbeitslos und die Quote lag bei 4,6 Prozent.

Jobverluste gab es der Arbeitsagentur zufolge vor allem in der Industrie, bei Leiharbeitsfirmen und industrienahen Dienstleistern sowie in der Gastronomie. In letztgenannter Branche ist innerhalb eines Jahres jeder achte Job verloren gegangen. Mehr Beschäftigte als im Februar 2020 gab es unter anderem in der Öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitswesen und am Bau. Auch die allgemeine Nachfrage nach Arbeitskräften habe in Februar wieder angezogen, aber noch nicht wieder das Vorkrisen-Niveau erreicht. Insgesamt waren den hessischen Arbeitsämtern zum Stichtag 11. Februar 38 450 offene Stellen gemeldet.

Kritisch bleibt hingegen der Ausbildungsmarkt. Bewerber wie Lehrstellen blieben wie schon im letzten Monat deutlich hinter dem Vorjahr zurück. "Wir gehen in diesem Jahr von fast 50 000 Schulentlassenen aus. Wenn sich diese Entwicklung weiter fortschreiben sollte, werden viele junge Menschen am Ende ihrer Schulzeit ohne eine berufliche Perspektive bleiben", warnte Direktionsleiter Frank Martin.

Der DGB Hessen-Thüringen verlangte stärkere Anstrengungen zur Weiterbildung der Beschäftigten insbesondere in Kurzarbeit. Es entstünden regelrechte "Transformations-Hotspots" wie der Flughafen, in denen die Veränderungen der Arbeitswelt bewältigt werden müssten. DGB-Landeschef Michael Rudolph forderte Arbeitsagentur und Landesregierung auf, die vorhandenen Mittel sinnvoll zu nutzen.

Der Arbeitgeberverband VhU sieht hingegen die Betriebe mit unnötiger Bürokratie überzogen. Derzeit verlangten die Regierungspräsidien unter Fristsetzung von zwei Wochen Auskunft, ob die Unternehmen ihren Beschäftigten Homeoffice angeboten hätten. Dabei habe dies auf der Basis doppelter Freiwilligkeit hervorragend funktioniert, sodass es keinen Eingriff des Verordnungsgebers in die betrieblichen Abläufe brauche. VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert forderte das Auslaufen der "unnützen" Corona-Arbeitsschutzverordnung.

© dpa-infocom, dpa:210301-99-644560/4

dpa