Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Gewinn der DZ Bank bricht um über 60 Prozent ein
Mehr Hessen Wirtschaft Gewinn der DZ Bank bricht um über 60 Prozent ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:44 28.08.2020
Fahnen mit der Aufschrift «DZ Bank - Die Initiativbank» hängen vor dem Kronenhochhaus.
Fahnen mit der Aufschrift «DZ Bank - Die Initiativbank» hängen vor dem Kronenhochhaus. Quelle: Arne Dedert/dpa
Anzeige
Frankfurt/Main

"Eine steigende Zahl von Unternehmensinsolvenzen sowie eine Rückkehr der Volatilität an den Märkten könnten das Ergebnis jedoch erneut belasten", erklärte Co-Chef Cornelius Riese. "Vor diesem Hintergrund gehen wir für das zweite Halbjahr von einem weiteren Ergebnisanstieg aus, ein Milliardenergebnis wird jedoch im Geschäftsjahr 2020 voraussichtlich nicht erreichbar sein."

Im ersten Halbjahr brachen sowohl der Vorsteuergewinn als auch der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 60 Prozent ein. Vor Steuern kam die DZ-Bank-Gruppe auf 557 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 1,46 Mrd Euro), nach Steuern stand zum 30. Juni ein Gewinn von 372 Millionen Euro (1,034 Mrd Euro) in der Bilanz. Dabei war der Steueraufwand mit 185 Millionen Euro fast 60 Prozent geringer als vor Jahresfrist.

Im Gesamtjahr 2019 hatte die DZ Bank den Rekordgewinn von 2014 nur knapp verpasst: Vor Steuern stand ein Gewinn von gut 2,7 Milliarden Euro in den Büchern, der Überschuss kletterte auf rund 1,9 Milliarden Euro. Bei der Bilanzvorlage Ende Februar hatte das seit Januar 2019 amtierende Führungsduo Cornelius Riese und Uwe Fröhlich für das laufende Jahr einen Vorsteuergewinn am unteren Ende einer Spanne von 1,5 Milliarden bis 2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Doch schon nach einem Vorsteuerverlust im ersten Quartal wackelte die Prognose.

Das zweite Quartal 2020 lief in vielen Konzerngesellschaften den Angaben zufolge besser - auch weil sich Börsen und Kapitalmärkte vom Corona-Schock erholten. Doch vor allem zwei Positionen belasteten die Halbjahresbilanz: Die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle fiel mit 522 Millionen Euro fast fünf Mal so hoch aus wie ein Jahr zuvor - vor allem wegen Risiken bei Schiffskrediten der kriselnden Tochter DVB. Ein negatives Kapitalanlageergebnis der R+V ließ das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft von 761 Millionen auf 124 Millionen Euro zusammenschmelzen.

dpa