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Wirtschaft Gerichtsverhandlung und Spitzengespräch zu Ufo-Streik
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07:23 06.11.2019
Eine Flugbegleiterin mit einem Button der Flugbegleitergewerkschaft UFO an ihrer Streikweste. Quelle: Oliver Berg/dpa/Archivbild
Frankfurt/Main

Der geplante Streik der Lufthansa- Flugbegleiter wird heute (09.30 Uhr) juristisch überprüft. Das Unternehmen hat beim Arbeitsgericht Frankfurt eine Einstweilige Verfügung gegen die Gewerkschaft Ufo beantragt. Das Gericht muss nun im Eilverfahren feststellen, ob Ufo mit dem Arbeitskampf legale tarifliche Ziele verfolgt. Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten der Lufthansa-Kerngesellschaft zu einem 48-Stunden-Streik aufgerufen, der morgen um 00.00 Uhr beginnen soll.

Gegen Mittag will Lufthansa einen Sonderflugplan für die Streiktage Donnerstag und Freitag veröffentlichen. Den Kunden hat das Unternehmen bereits umfangreiche und kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten angeboten.

Für den Mittwochabend hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr dann die Spitzen der drei konkurrierenden Kabinen-Gewerkschaften zu einem Krisengespräch gebeten. Ufo-Chefin Sylvia de la Cruz will der Einladung folgen. Gleichzeitig hat sich die Gewerkschaft vorbehalten, den Streik noch auf weitere Flugbetriebe des Konzerns auszudehnen.

Ufo fordert für die rund 21 000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Tarifkonflikt geht es aber auch um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann. Für die anderen Flugbetriebe gibt es jeweils separate Forderungen.

Ufo fürchtet insbesondere, dass der Konzern Kabinen-Tarifverträge mit der Konkurrenzgewerkschaft Verdi abschließt. Die DGB-Gewerkschaft hat Lufthansa zu Gesprächen aufgefordert, konnte aber in der Vergangenheit nicht die Mehrheit der Beschäftigten bei der Kerngesellschaft hinter sich versammeln.

Im Durchschnitt bietet die Lufthansa Group nach eigenen Angaben täglich 1540 Verbindungen an. Davon entfallen 580 Abflüge auf Deutschland und wiederum 380 auf die Kernmarke Lufthansa. Exakte Zahlen für die geplanten Streiktage wurden bislang nicht genannt.

In der Auseinandersetzung hat Ufo bereits am 20. Oktober einen 19-stündigen Warnstreik bei den vier Lufthansa-Tochtergesellschaften veranstaltet und dabei mehr als 100 Flüge ausfallen lassen. Auch damals war zunächst mit einem Streik bei der Lufthansa-Mutter gedroht worden, der dann kurzfristig abgesagt wurde. Der letzte reguläre Ufo-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015.

dpa

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