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Wirtschaft Fresenius-Chef kritisiert: Nicht alles auf Corona ausrichten
Mehr Hessen Wirtschaft Fresenius-Chef kritisiert: Nicht alles auf Corona ausrichten
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15:44 20.08.2020
Stephan Sturm spricht bei einem Interview.
Stephan Sturm spricht bei einem Interview. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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Bad Homburg

Das gelte für viele Bereiche der Gesellschaft, besonders jedoch für die Medizin.

"Wir haben alles runtergefahren. Und das, obwohl die große Corona-Welle gar nicht kam", sagt Sturm mit Blick auf die 86 Kliniken des Dax-Konzerns hierzulande. Covid-19 sei zwar eine große Bedrohung. Das seien Schlaganfälle, Herzinfarkte oder Krebs aber auch. Da Fresenius angehalten worden sei, den normalen Klinik-Betrieb herunterzufahren und alles auszublenden, habe es viel weniger Untersuchungen gegeben. "Deshalb wurden viele Erkrankungen nicht festgestellt." Die daraus folgenden Schäden seien nicht so greifbar wie die Zahl der Corona-Opfer, so Sturm. "Aber sie sind da".

In der Corona-Krise hatte der größte private Klinikbetreiber Deutschlands die Zahl der Intensivbetten kräftig aufgestockt und Operationen verschoben. Da die Pandemie hierzulande glimpflich verlief, standen aber viele Intensivbetten bei Fresenius leer.

Das belastete die Gewinne bei der Kliniktochter Helios. Zuwendungen des Bundes konnten fehlende Einnahmen aus aufgeschobenen Operationen nur abmildern. Da weniger operiert wurde, kamen auch weniger Medikamente aus der Fresenius-Sparte Kabi zum Einsatz. In der Folge musste Fresenius seine Geschäftsziele für dieses Jahr kürzen.

Kliniken könnten sich schnell umstellen, so Sturm. Nötig seien daher flexible Strukturen. Er kritisierte auch nationale Alleingänge in der Corona-Krise bei deutschen Ausfuhrverboten für Schutzausrüstung.

Wirtschaftlich sei das zweite Quartal bei Fresenius die Talsohle gewesen, heißt es in der Rede. Im Jahresverlauf werde der Gewinn, der 2019 gut 1,9 Milliarden Euro betrug, wieder zulegen.

dpa