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Wirtschaft Erster klimaneutraler Frachtflug startet von Frankfurt
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14:46 27.11.2020
Ein Arbeiter öffnet an einer Boeing 777 der Lufthansa Cargo eine Ladeluke.
Ein Arbeiter öffnet an einer Boeing 777 der Lufthansa Cargo eine Ladeluke. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Frankfurt/Main

Für den Flug von Frankfurt nach Shanghai und zurück wurde der komplette Bedarf der Boeing 777 von 174 Tonnen Kerosin als nachhaltig produzierter Kraftstoff eingekauft, wie die Leiter der beiden Unternehmen am Freitag in Frankfurt berichteten. Die Frachtkunden müssen für den CO2-neutralen Transport höhere Preise zahlen, weil der vorrangig aus Lebensmittelresten hergestellte Bio-Sprit (SAF) bis zu fünf Mal teurer ist als herkömmliches Kerosin.

Zum Premierenflug an diesem Sonntag (29. November) haben die Unternehmen Siemens Healthineers und Merck als Kunden das Transportangebot genutzt. Lufthansa und DB Schenker planen ab April 2021 jede Woche einen derart klimaneutralen Frachtflug nach China. "Ich bin fest davon überzeugt, dass es für diese 'grüne Luftfracht' eine Kundschaft gibt", sagte DB-Schenker-Chef Jochen Thewes am Freitag. Die Preisdifferenz zu den herkömmlichen Frachtraten nannte er nicht.

Mit dem Flug setze man sich für vermehrte Forschung und Nutzung nachhaltiger Kraftstoffe ein, erklärte Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber. Der jetzt genutzte Treibstoff sei nur ein erster Schritt, dem in Zukunft synthetisch hergestelltes Kerosin auf Basis von regenerativem Strom, Wasser und CO2 folgen werde.

Sustainable Aviation Fuel (SAF) wird derzeit hauptsächlich aus Biomasse wie nicht mehr genutzten Pflanzen- und Speiseölen hergestellt. Mit einem Aufforstungsprojekt werden den Firmen zufolge auch jene CO2-Emissionen und weitere Treibhausgase ausgeglichen, die bei der Herstellung der Biomasse, ihrer Verarbeitung und dem Transport des SAF entstanden sind.

Die für den China-Flug erforderliche Menge wurde in das Tanksystem des Frankfurter Flughafens geleitet und dort dem fossilen Kerosin beigemischt. Jedes anschließend betankte Flugzeug verbraucht dann physisch einen kleinen Anteil des SAF. Die CO2-Vermeidung wird jedoch vollständig Lufthansa Cargo und DB Schenker gutgeschrieben. Faktisch fliegt daher auch der Lufthansa-Frachter daher mit einer ungefähr zweiprozentigen Beimischung des nachhaltigen Treibstoffs.

dpa