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Wirtschaft Drei Jahre Gnadenfrist für Conti-Werk in Babenhausen
Mehr Hessen Wirtschaft Drei Jahre Gnadenfrist für Conti-Werk in Babenhausen
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15:22 18.01.2021
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift «Continental».
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift «Continental». Quelle: picture alliance / dpa/Archiv
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Babenhausen

Das Produktionswerk des Autozulieferers Continental im südhessischen Babenhausen bleibt drei Jahre länger in Betrieb als zunächst geplant. Nach starken Protesten gegen die ursprünglich zum Jahresende 2025 geplante Schließung haben sich der Dax-Konzern und die IG Metall auf Eckpunkte eines Sozialtarifvertrags geeinigt, wie beide Seiten am Montag mitteilten. Danach soll die Produktion nun erst zum Jahresende 2028 auslaufen. Zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt sollen in dem Werk noch rund 430 Arbeitsplätze existieren.

Continental hält grundsätzlich an seinen Abbauplänen für das Produktionswerk fest. Erhalten bleiben am Standort hingegen die Forschung und Entwicklung für Anzeige- und Bedientechnologien sowie Teile der Verwaltung. Ende 2025 werde der Standort Babenhausen noch rund 1400 von derzeit 3300 Arbeitsplätzen umfassen, teilte Conti mit.

Das Unternehmen soll nun die Arbeitsplätze sozialverträglich über Abfindungen und Altersteilzeit abbauen. Die Sozialtarifregelungen lägen im oberen Bereich des Branchenüblichen, erklärte der IG-Metall-Bevollmächtigte Daniel Bremm. Die Beschäftigten seien bis Ende 2022 vor Entlassungen geschützt und auch danach bedürften betriebsbedingte Kündigungen triftiger Gründe, so die IG Metall. Die Vereinbarungen stehen noch unter dem Vorbehalt einer Abstimmung unter den Mitgliedern am Standort.

Die Tarifpartner wollen zudem gemeinsam auf die Suche nach neuen Geschäftsfeldern gehen und andere Firmen auf dem Werksgelände ansiedeln. Besonders für ungelernte Industriearbeiter soll es Qualifizierungsangebote geben. Die Vereinbarung gilt zunächst nur für den Standort Babenhausen. Für das zweite von der Schließung bedrohte hessische Werk in Karben mit rund 1100 Beschäftigten laufen noch Verhandlungen.

dpa