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Wirtschaft Deutsche Börse erwartet keinen Refinitiv-Deal mehr
Mehr Hessen Wirtschaft Deutsche Börse erwartet keinen Refinitiv-Deal mehr
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13:22 28.07.2019
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Frankfurt/Main

Die Deutsche Börse wird in ihrem Expansionsdrang gestoppt und bei angepeilten Zukäufen nun vom Londoner Konkurrenten LSE ausgebremst. Mit ihrem Vorstoß für einen Milliarden-Kauf des Finanzdatenanbieters Refinitiv fahren die Londoner dem deutschen Börsenanbieter in die Parade. Der Dax-Konzern wollte eigentlich die Devisenplattform von Refinitiv erwerben.

Am Samstag aber teilte die Deutsche Börse AG in Frankfurt überraschend mit, der Vorstand gehe "nicht vom erfolgreichen Abschluss seiner Gespräche mit Refinitiv zum möglichen Erwerb einzelner FX Geschäftsbereiche aus". Begründet wurde dies mit der Meldung der Londoner Börse (London Stock Exchange/LSE), über einen möglichen Erwerb der Refinitiv Holdings Ltd zu sprechen.

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Die Deutsche Börse hatte im April konkrete Gespräche mit Refinitiv über den möglichen Kauf einzelner Geschäftsbereiche im Devisenhandel bestätigt. Zugleich hieß es seinerzeit, der "in den Marktgerüchten genannte Kaufpreis von 3,5 Milliarden US-Dollar" entbehre jeder Grundlage.

Über die Transaktion wurde seit einiger Zeit spekuliert, da Refinitiv den Erlös aus einem Verkauf gut für den Abbau von Schulden gebrauchen könnte. Das Unternehmen ist 2018 aus dem Finanz- und Risikogeschäft von Thomson Reuters hervorgegangen, nachdem es an den Finanzinvestor Blackstone verkauft worden war.

Die Londoner Börse hatte am Samstag mitgeteilt, Refinitiv für 27 Milliarden US-Dollar (24,25 Mrd Euro) übernehmen zu wollen. Die Verhandlungen liefen. Es sei ungewiss, dass eine Transaktion bevorstehe, teilte die LSE weiter mit. Den Kauf, der auch die Refinitiv-Schulden einschließe, solle mit neuen LSE-Aktien abgewickelt werden.

Refinitiv ist laut LSE ein weltweit führender Anbieter von Finanzdaten und -infrastruktur und liefert Daten und Analysen an mehr als 40 000 Kunden in 190 Ländern. Zusammen wären LSE und Refinitiv der "umsatzstärkste börsennotierte globale Finanzmarktinfrastrukturanbieter", hieß es weiter.

dpa