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Wirtschaft BUND fordert Autoindustrie zu Abkehr vom SUV auf
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08:34 07.09.2019
Ernst-Christoph Stolper, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.  Quelle: Christophe Gateau/Archiv
Frankfurt/Main

Zur Internationalen Automobilausstellung (IAA) hat die Umweltorganisation BUND von der Industrie einen Strategiewechsel verlangt. Die Unternehmen müssten aufhören, besonders große und schwere SUVs zu bauen, forderte Ernst-Christoph Stolper, Vizevorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). In diese margenträchtigen Sportgeländewagen (SUV) nun Elektromotoren einzubauen, reiche bei weitem nicht aus.

Der Wechsel zur Elektromobilität mit nachhaltig produziertem Strom sei prinzipiell schon der richtige Weg, meinte Stolper. "Aber innerhalb dieses richtigen Wegs geht die Automobilwirtschaft wieder den falschen, indem sie ihre bisherigen Autos einfach nur mit dem Elektromotor versieht. Sie setzt weiterhin auf ihre Oberklassenstrategie, statt das Auto von unten neu zu denken."

Für die Pendler in den Ballungsräumen fehle ein vernünftiges und preisgünstiges Elektroauto für vielleicht 15 000 Euro als Mobilitätsergänzung zu Schiene und ÖPNV, die vor allem ausgebaut werden müssten.

Die IAA müsse aufpassen, dass sie nicht das Schicksal der eingestellten Computermesse Cebit ereile, sagte der BUND-Vize. "Die IAA ist die Bühne der falschen Mobilitätspolitik der vergangenen Jahre." Wenn sich das nicht schnell ändere, werde sie überflüssig.

Die Zeit zum Umsteuern dränge, mahnte der Umweltschützer. "Wir haben für die Einhaltung des Pariser 1,5 Grad-Ziels nur noch sehr wenig Zeit von 10 bis 15 Jahren. Die Maßnahmen müssen deutlich beschleunigt werden. 2050 reicht nicht."

Stolper verlangte einen höheren Kontrolldruck, was die Einhaltung von Grenzwerten und Klimazielen anbelange. "Die Autoindustrie hat in den letzten 20 Jahre alle Anstrengungen, zu verbindlichen Grenzwerten zu kommen, torpediert oder hintertrieben. Vieles ist nur auf dem Papier erreicht worden", sagte er.

Der nächste "Taschenspielertrick" laufe bereits, indem zunächst Motorenkombinationen aus Verbrennern und Elektroantrieben massenhaft in die Flotten gebracht würden. "Mit Hybrid-Modellen ist nichts gewonnen, wenn sie auf langen Strecken gefahren werden. Sie fahren nur die ersten Kilometer elektrisch, gehen aber mit sehr niedrigen Werten in die CO2-Statistik ein."

dpa

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