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Wirtschaft VW-Finanzvorstand dämpft Erwartungen an hohes Tarifplus
Mehr Hessen Wirtschaft VW-Finanzvorstand dämpft Erwartungen an hohes Tarifplus
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14:05 28.07.2022
Arno Antlitz, VW-Finanzvorstand, spricht während einer Pressekonferenz.
Arno Antlitz, VW-Finanzvorstand, spricht während einer Pressekonferenz. Quelle: Holger Hollemann/dpa/Archivbild
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Wolfsburg (dpa)

VW-Finanzchef Arno Antlitz hat indirekt Erwartungen an hohe Lohnzuwächse bei den bevorstehenden Verhandlungen zum Haustarif des Autoherstellers gedämpft. «Die Mitarbeiter profitieren bereits von unseren guten operativen Ergebnissen. Dies sollte mit berücksichtigt werden», sagte der Manager am Donnerstag. Nach Antlitz’ Einschätzung ist ein größerer Teil der Teuerung zudem kein dauerhaftes, sondern eher ein vorübergehendes Phänomen: «Es gibt auch viel temporäre Inflation.» Darüber hinaus hielt er sich zur Lohnpolitik bedeckt und verwies auf die Zuständigkeit von Personalchef Gunnar Kilian sowie den Start der Gespräche im Herbst.

Die Tarifbeschäftigten von Volkswagen erhalten jährlich einen Bonus, der sich im Kern am Betriebsgewinn bei der Hauptsparte orientiert. Der Konzern fuhr im ersten Halbjahr 2022 insgesamt starke Zahlen ein - trotz der Probleme in den weltweiten Lieferketten und in China. Auch die Marke VW Pkw konnte ihren Gewinn steigern.

Aus Sicht der IG Metall soll sich diese Entwicklung aber nicht allein im Bonus, sondern ebenso im regulären Tariflohn widerspiegeln. Sie fordert für die Stammbelegschaft und für die Auszubildenden der westdeutschen VW-Werke, der Finanzsparte sowie weiterer kleiner Töchter 8 Prozent mehr Geld. Angepeilt werden zwölf Monate Laufzeit.

Der Bezirkschef der Gewerkschaft in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, betonte nach den Äußerungen zur Halbjahresbilanz, viele Beschäftigte auch bei VW müssten mit realen Einkommenseinbußen zurechtkommen. «Dieser Entwicklung muss mit einer nachhaltigen Entgeltsteigerung entgegengewirkt werden», verlangte er. «Selbst wenn die Intensität der Inflation hoffentlich abnimmt und nicht mehr in schwindelerregender Höhe wäre, werden die Preisanstiege in vielen Bereichen nicht zurückgehen, sondern ein teureres Niveau behalten.»