Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Ansturm auf Kurzarbeit in Hessen geht weiter
Mehr Hessen Wirtschaft Ansturm auf Kurzarbeit in Hessen geht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:51 09.04.2020
Zwei Kugelschreiber liegen auf einem Antragsformular für Kurzarbeitergeld. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Anzeige
Frankfurt/Main

Dahinter steckt mutmaßlich ein Vielfaches von Beschäftigten, die mit der Sozialleistung über die coronabedingte Zwangspause kommen sollen. Erfasst wurden Anträge bis einschließlich dem 3. April.

Diese massenhaften Zahlen sind in Hessen ohne Beispiel in früheren Krisen, wie die Direktion ausführte. In den vergangenen zwölf Jahren zusammen hat es 34 300 Anzeigen gegeben, von denen sich lediglich 21 000 auf das jetzt so gefragte konjunkturelle Kurzarbeitergeld bezogen.

Anzeige

Im Unterschied zur Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 sind Unternehmen fast aller Branchen und Größenklassen betroffen. Direktionschef Frank Martin rechnet mit steigenden Arbeitslosenzahlen und bei einem längeren Andauern der aktuellen Restriktionen mit einer Pleitewelle. "Umso länger die Situation anhält, je weniger Umsatz gemacht wird, umso schwieriger wird es, einen Geschäftsbetrieb langfristig am Leben zu erhalten. Auch die Soforthilfen des Bundes und der Länder werden nicht unbegrenzt ausreichen", erklärte Martin.

In Hessen haben auch große Unternehmen wie die Lufthansa, Fraport, Condor und Opel Kurzarbeit für jeweils tausende Mitarbeiter angemeldet. Eine Gesamtzahl möglicher Betroffener wurde nicht genannt, weil sie erst sehr viel später feststeht.

Die Betriebe können rückwirkend zum 1. März 2020 Kurzarbeitergeld nutzen, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsausfall von mehr als zehn Prozent haben. Zudem werden die Sozialbeiträge zu 100 Prozent von der Agentur übernommen. Zunächst müssen die Betriebe aber Kurzarbeitergeld und Sozialbeiträge vorstrecken, die sie dann später auf Antrag erstattet bekommen. Arbeitnehmer müssen sich bei Kurzarbeit nicht an die Arbeitsagenturen wenden.

dpa

Anzeige