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Hessen Motorradfahrer-Szene meidet "Eiserne Hand"
Mehr Hessen Motorradfahrer-Szene meidet "Eiserne Hand"
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18:12 28.04.2020
Schallpegelmessung an einem Bike.  Quelle: Polizei
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Bischoffen

Die kurvenreichen Strecken rund um den Aartalsee sind bei heimischen Bikern beliebt. Die Bundesstraße 255, zwischen Bischoffen und Gladenbach, sowie die Nebenstrecken von der Zollbuche zur sogenannten "Eisernen Hand" locken bei schönem Wetter zahlreiche Zweiradfans an. So auch am zurückliegenden Wochenende, allerdings hatten auch die Mitarbeiter des Regionalen Verkehrsdienstes ein Auge auf die Verkehrslage am Aartalsee.

Mit zwei zivilen Videokrädern sowie mit einer stationären Geschwindigkeitsmessung in Höhe von Bischoffen-Oberweidbach nahmen die Verkehrsexperten Schnellfahrer ins Visier. Die zivilen Motorräder der Polizei sind unter anderem mit einer Videoanlage ausgestattet, die die Verkehrssituation beim Hinterherfahren aufzeichnet. Untypisch für die am Wochenende herrschende Wetterlage, traf die Polizei zunächst nur sehr wenige Biker an. In Gesprächen mit Motorradfahrern stellte sich heraus, dass die "Szene" offensichtlich die Örtlichkeiten meidet, weil die Polizisten ihre Kontrollen zuvor angekündigt hatten. Im Laufe des Nachmittages änderte sich jedoch die Situation und mehr und mehr Motorradfahrer steuerten die Straßen rund um den Aartalsee an.

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Schallpegelmessungen an vier Maschinen brachten Manipulationen an den Auspuffanlagen zutage. Unter anderem hatte einer der Biker seinen sogenannten "DB-Eater" ausgebaut, um den Sound knackiger zu gestalten. Seine Messung brachte es auf 96 Dezibel. Zweimal schraubten die Polizisten die Kennzeichen ab und stellten Fahrzeugscheine sicher, hier waren die Betriebserlaubnisse durch die Veränderungen erloschen. Die Besitzer mussten sich um den Abtransport der Maschinen kümmern. Zudem müssen sie die Kräder wieder in den technischen Ursprungszustand bringen und sich das beim TÜV oder einem Sachverständigen
bestätigen lassen. Erst dann darf das Motorrad im öffentlichen Straßenverkehr wieder gefahren werden. Neben diesen Kosten, kommt auf die Biker ein Bußgeld von 90 Euro zu.

Überholen in der Verbotszone

Zweimal stoppten die Polizei-Biker Motorradfahrer die trotz Überholverbot überholten. In einem dritten Fall kam die Gefährdung des Gegenverkehrs hinzu. Hier setzte der Kradfahrer zum Überholen an und übersah einen entgegenkommenden Pkw. Dieser musste abbremsen, um den Biker wieder einscheren zu lassen. Die Verkehrssünder haben die Möglichkeit, sich an den Videobikes ihre Fahrten auf einem Monitor anzuschauen. In den meisten Fällen empfinden die Betroffenen ihre Fahrweise für nicht gefährlich. Mit dem Blick auf das Video, das die Situation aus der Sicht eines ihnen folgenden Verkehrsteilnehmers wiedergibt, räumen die
Betroffenen meist ein, die Situation falsch eingeschätzt zu haben. Für das illegale Überholen werden für die beiden Biker jeweils 70 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig. Auf den Motorradfahrer, der den Pkw-Fahrer gefährdete, kommen ein Bußgeld von 120 Euro sowie ein Punkt in der Verkehrssünderkartei zu.

Die beiden Schnellfahrer des Tages waren Autofahrer. Sie beschleunigten ihre Pkw bei erlaubten 100 km/h auf 159 und 147 "Sachen". Dem Schnellsten drohen 240 Euro Bußgeld, ein Punkt und ein vierwöchiges Fahrverbot. Auf den Zweitschnellsten kommen neben dem vierwöchigen Fahrverbot ein Bußgeld von 160 Euro und ein Punkt in Flensburg zu.

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