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Politik Zwangsarbeit brachte Rheingauer Wein durch Zweiten Weltkrieg
Mehr Hessen Politik Zwangsarbeit brachte Rheingauer Wein durch Zweiten Weltkrieg
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13:43 13.09.2019
Gereifte Trauben der Sorte Riesling hängen im Weinberg. Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv
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Eltville

1943 hätten 143 000 Winzer Kriegsdienst geleistet, darunter überdurchschnittlich viele Betriebsführer aus dem Rheingau.

Entgegen den ideologischen Prämissen des Regimes hätten Frauen und Kinder in den Weinbergen die Arbeit übernehmen müssen, heißt es in der Studie des Historikers Sebastian Koch. Die Weinberge wären aber nach dem Krieg nicht einem so guten Zustand gewesen, hätten nicht tausende von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen sie über den Krieg gerettet.

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Koch erkannte zwar im katholisch geprägten Rheingau mit seinen "eigenständigen und selbstbewussten" Menschen ein "Widerstandspotenzial", das aber nicht für einen offenen Kampf mit dem Nazi-Regime aktiviert worden sei. Allerdings hätten sich die lokalen Honoratioren nach derzeitigem Forschungsstand nur sehr bedingt in die nationalsozialistische Bewegung einspannen lassen.

Viele führende Posten seien mit Auswärtigen besetzt worden, erklärte Koch. Lediglich der damalige Eberbacher Weinbaudirektor habe seine Stelle verteidigen können. Unter dem Eindruck einer versuchten Verhaftung habe er 1933 einen NSDAP-Mitgliedsantrag gestellt, um seinen Posten behalten zu können. Der Weinbaudirektor habe Versuche des Nazi-Regimes abwehren können, Eberbach etwa als eine "Weihestätte des deutschen Volkes" oder als SS-Ordensburg zu vereinnahmen.

dpa

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